Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlafenden Krebszellen auf der Spur

11.03.2010
Uni-Frauenklinik mehrfach für Brustkrebsforschung ausgezeichnet

Auch viele Jahre nach einer Brustkrebsdiagnose und dem Entfernen des Primärtumors können sich noch Fernmetastasen im Körper ansiedeln. Vor allem Knochenmetastasen sind dann keine Seltenheit.

Für die Forschung auf diesem Gebiet erhielt jetzt der Leiterin des wissenschaftlichen Labors der Frauenklinik, Privatdozentin Dr. Sabine Kasimir-Bauer, von der Universität Duisburg Essen eine außerplanmäßige Professur.

Der Schwerpunkt ihrer Forschungen liegt in der Suche nach sogenannten Tumorstammzellen, das heißt Tumorzellen, die die Fähigkeit zur Selbsterneuerung besitzen. Nur zwischen ein und fünf Prozent der Zellen im Tumor haben diesen Charakter und sind vermutlich für die Metastasenbildung verantwortlich.

"Zentrales Anliegen ist es daher, diese Zellen im Blut beziehungsweise im Knochenmark zu identifizieren", erklärt Prof. Dr. Sabine Kasimir-Bauer und der Direktor der Uni-Frauenklinik ergänzt: "Um so spezifische Therapien genau gegen diese Zellen einsetzen zu können und dadurch eine Streuung des Tumors zu verhindern."

Schlafende Zellen überleben Chemotherapie

Erste Hinweise, dass solche Zellen im Blut von Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs vorhanden und mit einer ungünstigen Prognose verbunden sind, konnte jetzt Dr. Bahriye Aktas, Oberärztin der Frauenklinik in Zusammenarbeit mit der Inneren Klinik, zeigen. Die Daten wurden jetzt in einer renomierten internationalen Brustkrebszeitschrift veröffentlicht und beim Deutschen Brustkrebskongress als einer der besten Beiträge ausgezeichnet.

Das Forscherteam der Frauenklinik beschäftigt sich bereits seit Jahren mit einzelnen Tumorzellen, die bei Brustkrebs den Tumor frühzeitig verlassen, in das Knochenmark einwandern und dort als 'dormant cells', so genannte 'schlafende Zellen' lange Zeit verbleiben können. Besonders tückisch ist dabei, dass sie bei 15 Prozent der Patienten sogar eine Chemotherapie überleben, auch eine antihormonelle Therapie bleibt gegen diese Zellen oft erfolglos.

Erste gute Erfahrungen hat die Forschungsgruppe der Frauenklinik mit so genannten Bisphosphonaten gemacht, die normalerweise bei Osteoporose eingesetzt werden, weil sie dem Knochenabbau entgegenwirken. Die Studien der Frauenklinik haben gezeigt, dass die Bisphosphonate vermutlich bei einigen Patientinnen die 'dormant cells' bei Brustkrebs "verhungern" lassen können."

Weitere Auszeichnungen der neuen Professorin
Prof. Dr. Kasimir-Bauer erhielt zusammen mit ihrer Kooperationspartnerin aus Tübingen, Frau Prof. Dr. Fehm, den sogenannten "Busenfreund Award 2009" - einen Preis von Patientinnen der größten Selbsthilfegruppe Brustkrebs in Deutschland für engagierte Brustkrebsforschung.

Von der amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung wurde Sie jetzt zum Vortrag nach Washington eingeladen, um die Forschungsarbeiten der Arbeitsgruppe zu präsentieren.

Nähere Information:

Prof. Rainer Kimmig, Leiter der Uni-Frauklinik, Tel.: 0201/723-2440, rainer.kimmig@uk-essen.de

Prof. Dr. Sabine Kasimir-Bauer, Tel.: 0201/723-2443, sabine.kasimir-bauer@uk-essen.de

Kristina Gronwald | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-essen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kostformen im Vergleich: Für Menschen mit Diabetes ist die Mittelmeer-Diät besonders gut geeignet
19.01.2018 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Vielversprechender Malaria-Wirkstoff erprobt
19.01.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie