Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schilddrüsenkrebs – Große Heilungschancen durch nuklearmedizinische Therapie

07.04.2011
Pro Jahr erkranken in Deutschland mehr als 5.000 Patienten an Schilddrüsenkrebs. Dank nuklearmedizinischer Diagnose- und Therapieverfahren können bei ihnen die Schilddrüsentumore aber in frühen Stadien erkannt und behandelt werden.

So kann die Sterblichkeit an dieser Erkrankung deutlich gesenkt werden: Mehr als 95 Prozent der betroffenen Patienten werden durch nuklearmedizinische Behandlungen geheilt. Bei der Therapie von gutartigen Schilddrüsenerkrankungen hat sich die Nuklearmedizin ebenfalls bewährt.

Die erste Maßnahme bei der Behandlung des Schilddrüsenkrebses besteht in der operativen Entfernung des Schilddrüsentumors und der Schilddrüse. Wegen zu befürchtender Nebenwirkungen – wie einer Verletzung des Stimmbandnervs – ist es allerdings nicht möglich, die Schilddrüse komplett zu entfernen. Nach der Operation ist es vielmehr Aufgabe der risikoarmen Radioiodtherapie, das verbliebene Schilddrüsengewebe und darin möglicherweise enthaltene Tumorzellen komplett auszuschalten.

Bei diesem nuklearmedizinischen Therapieverfahren nehmen die meisten Tumorzellen radioaktives Iod auf. Die kurz reichende Strahlung dieses radioaktiven Stoffes wird so genutzt, um das Restgewebe der Tumore wirkungsvoll abzutöten. Im Vergleich zu anderen Methoden der Krebsbehandlung sind die Nebenwirkungen hier deutlich geringer. Für den Patienten ist zudem im Anschluss an eine solche nuklearmedizinische Schilddrüsenkrebstherapie wieder ein normales Leben möglich. Langzeitbeobachtungen zeigen sogar, dass die Lebenserwartung für den größten Anteil der geheilten Patienten im Vergleich zur Normalbevölkerung nicht eingeschränkt ist.

Aber auch bei der effektiven Behandlung von gutartigen Schilddrüsenerkrankungen hat sich die Nuklearmedizin bewährt. So kommen geringere Mengen des radioaktiven Iods zur Anwendung, um die Überfunktion der Schilddrüse bei Patienten mit der Basedow-Erkrankung zu beseitigen. Häufig ausgelöst durch das Rauchen bildet der Körper beim Morbus Basedow Antikörper gegen die eigene Schilddrüse, so dass diese dann von der körpereigenen Abwehr angegriffen wird. Zudem werden die nuklearmedizinischen Verfahren erfolgreich bei der Diagnose und Bekämpfung von so genannten „heißen“ Knoten in der Schilddrüse eingesetzt.

Auch bei der Heilung einer der bekanntesten, gutartigen Schilddrüsenkrankheiten, dem Kropf, werden nuklearmedizinische Therapieverfahren eingesetzt. Mit verbesserter Iodversorgung hat sich die Anzahl der Schilddrüsenerkrankungen im deutschsprachigen Raum verringert, so dass nur noch bei weniger als 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen eine Vergrößerung der Schilddrüse zu finden ist. Trotzdem gilt der deutschsprachige Raum aber weiterhin als Iodmangelgebiet. Dabei ist dieses Spurenelement ein wichtiger Nährstoff, der für den körpereigenen Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt wird. Die Hormone sind Botenstoffe, die in allen Organen und nahezu allen biologischen Prozessen im Körper ihre Wirkung entfalten und dort steuern und regulieren. Durch die unzureichende Iodversorgung über die vergangenen Jahrzehnte besteht bei Erwachsenen immer noch häufig ein Knotenkropf. Der kann dazu führen, dass durch die vergrößerte Schilddrüse die Luftröhre eingeengt wird. Durch neuere Entwicklungen der nuklearmedizinischen Radioiodtherapie ist nun auch eine schonende aber sehr effektive Behandlung dieser Patienten möglich: der Kropf schrumpft um bis zu 70 Prozent.

Die bösartigen und gutartigen Schilddrüsenerkrankungen sind ein Schwerpunktthema auf der NuklearMedizin 2011, der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Nuklearmedizin. Diese findet vom 13. bis 16. April im Festspielhaus Bregenz am Bodensee statt. In bewährter Weise bietet die Kombination aus Kongress – für den international renommierte Referenten gewonnen werden konnten – und einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie einer großen, branchenspezifischen Industrieausstellung eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die Dreiländertagung zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler, medizinisch-technisches Personal und Pflegekräfte – erwartet.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2011 stehen auf der Kongresshomepage http://www.nuklearmedizin2011.eu zur Verfügung. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551.48857-402, info@nuklearmedizin.de
Weitere Informationen:
http://www.nuklearmedizin2011.eu/
- Kongresshomepage der NuklearMedizin 2011
http://www.nuklearmedizin.de/
- Homepage der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
http://www.ogn.at/
- Homepage der Österreichischen Gesellschaft für Nuklearmedizin und Molekulare Bildgebung
http://www.nuklearmedizin.ch/
- Homepage der Schweizerischen Gesellschaft für Nuklearmedizin

Stefanie Neu | idw
Weitere Informationen:
http://www.nuklearmedizin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise