Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schallwellen liefern Frühhinweise auf Karies

24.08.2009
Weniger invasive Methode gibt Aufschluss über Zahnhärte

Schallwellen könnten schon bald zur frühen Feststellung von Karies dienen. Das Forscherteam um David Hsiao-Chuan Wang von der University of Sydney berichtet im Fachmagazin Optics Express über die Möglichkeiten die Schallwellen auch in der Dentalmedizin einzusetzen.

"Wir wollen in der Lage sein, den genauen Mineralgehalt des Zahnschmelzes mit den Schallwellen festzustellen", so Wang. Damit könnte man sich schmerzhafte und zahnzerstörende Methoden ersparen. In zwei Jahren will der Forscher einen ersten Prototyp präsentieren.

Zahnfäule beginnt damit, dass säurebildende Bakterien den Zahnschmelz angreifen und die Mineralien dadurch ausgewaschen werden. "Normalerweise erfolgt die Früherkennung von Karies durch klinische Untersuchung", so Lukas Ertl Assistenz-Professor an der Medizinischen Universität Wien gegenüber pressetext. Wenn der Zahnschmelz aufgeraut ist, ist das ein erstes Anzeichen dafür. Dabei sei ein invasiver Eingriff noch nicht erforderlich, erklärt der Mediziner.

Allerdings sei eine Früherkennung an manchen Stellen - wie etwa in Zahnzwischenräumen - sehr schwierig. "Üblicherweise geschieht diese Art der Früherkennung durch Röntgenaufnahmen", so der Zahnmediziner. Dass man eine solche Untersuchung auch mit Schallwellen machen kann, sei durchaus vorstellbar. In der modernen Medizin werde Ultraschall in vielfacher Art und Weise genutzt.

Die Demineralisierung des Zahnes und damit ein beginnender möglicher Karies wird vielfach auch mit Härteproben des Zahnschmelzes durchgeführt. Dieser schmerzhafte Eingriff, der den Zahn beschädigt, könnte mit dem neuen System verhindert werden, meint Wang. Mit den Schallwellen, die in den Zahn eindringen und damit ein Profil des Zahnes zeichnen, kann man die aufgeweichten Stellen - auch wenn sie ungünstig liegen - leicht feststellen. Wang und seine Kollegen haben, ehe sie das System bei Zähnen getestet haben, auch bei anderen Materialien untersucht. Ein Test von Zähnen am Patienten selbst steht hingegen noch aus.

Professor Ian Meyers von University of Queensland http://www.uq.edu.au und von der Australian Dental Association http://www.ada.org.au meint, dass die Untersuchung von Zähnen beim Patienten sehr wichtig sei, da Speichel die Eigenschaften des Zahnschmelzes verändert. Umgekehrt wäre eine solche Früherkennung sehr gut, da Anzeichen von Karies durch bessere Mundhygiene oder mit speziellen Präparaten behandelt werden könne und ein invasiver Eingriff nicht erforderlich ist. Der Mineralgehalt von Zähnen kann auch mit Licht untersucht werden. Mithilfe von Laserfloureszenz können Bakterien ausfindig gemacht werden. "Neue Technologien sind jedenfalls gefragt, solange der Preis dafür in annehmbarem Rahmen bleibt". Wang schätzt die Kosten auf unter 50.000 Dollar. "Das Gerät wird bisherige Untersuchungssysteme nicht ersetzen, sondern nur ergänzen."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.usyd.edu.au
http://www.meduniwien.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie