Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Saurer Zucker soll verletzte Nerven heilen

04.11.2008
Die DFG fördert interdisziplinäre Forschergruppe von MHH, Leibniz Universität Hannover und dem Deutschen Institut für Kautschuktechnologie mit 2,13 Millionen Euro.

Ein Verbund von Wissenschaftlern aus der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Leibniz Universität Hannover LUH) und des Deutschen Instituts für Kautschuktechnologie erforscht bereits seit 2004 den Einsatz einer speziellen Zuckerverbindung, der Polysialinsäure, als Gerüstsubstanz bei der Heilung verletzter Nerven.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt "Polysialinsäure: Evaluation eines neuen Werkstoffs als Gerätesubstanz für die Herstellung artifizieller Gewebe" mit weiteren 2,13 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre.

Durch die Anstrengungen des Forscherkollektivs kann Polysialinsäure mittlerweile in großen Mengen produziert und auf unterschiedliche Art und Weise verändert werden. Bereits in der ersten Förderperiode konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass Hilfsschienen aus Polysialinsäure für die Heilung verletzter Nerven sehr förderlich sind. Im Gegensatz zu vielen künstlichen Gerüstsubstanzen kann die Verbindung aber auch gezielt abgebaut werden, wenn der Heilungsprozess abgeschlossen ist. In den nächsten drei Jahren werden die Forscher daran arbeiten, ihre bisherigen Ergebnisse auch für den klinischen Einsatz beim Menschen nutzbar zu machen.

Die bisherigen Erfolge sind auch das Ergebnis hervorragender interdisziplinärer Zusammenarbeit. Die Forschergruppe stellt den Zucker im Großmaßstab her, verändert ihn chemisch so, dass weiche und feste Werkstoffe entstehen, die schließlich als Wachstumshilfe für geschädigte Nerven im Tiermodell getestet werden. Den Einsatz der Enzyme zur Erzeugung der Polysialinsäure übernehmen Professorin Dr. Rita Gerardy-Schahn (MHH), gleichzeitig Koordinatorin des Projektes, und Professor Dr. Thomas Scheper vom Institut für Technische Chemie der Leibniz Universität Hannover (LUH). Das Wissen zur gezielten chemischen Veränderung des Zuckerpolymers bringt Professor Dr. Andreas Kirschning vom Institut für Organische Chemie der LUH ein. Professor Dr. Robert Schuster vom Deutschen Institut für Kautschuktechnologie e.V. steuert Techniken bei, die die physikalische Gestaltung der natürlichen wie der chemisch veränderten Polysialinsäure erlauben. Bei Professor Dr. Peter Behrens am Institut für Anorganische Chemie der LUH wird daran gearbeitet, Oberflächen mit Polysialinsäure zu beschichten. Professorin Dr. Claudia Grothe vom MHH-Institut für Neuroanatomie und PD Dr. Cornelia Kasper (Institut für Technische Chemie) übernehmen schließlich die Aufgabe, die hergestellten Produkte auf ihre biologische Eignung in der Zellkultur und im Tiermodell zu testen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Beate Schwinzer unter Telefon (0511) 532-3947.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten