Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sauer sein – Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sind Thema des neuen Hefts der GBE

23.09.2013
Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sind Titel und Thema des 55. Heftes der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE).

Etwa 20 Prozent der Erwachsenen hatten schon einmal eine ärztlich diagnostizierte Schleimhautentzündung des Magens oder des Zwölffingerdarms (Gastritis beziehungsweise Duodenitis), das zeigen Daten des Robert Koch-Instituts aus dem Gesundheitsmonitoring. Insgesamt sieben Prozent litten schon einmal an einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür (peptische Ulkus-Krankheit).

Das neue GBE-Heft gibt auf knapp 60 Seiten einen Überblick zu Krankheitsformen, Diagnostik, Behandlung, Ursachen und Verbreitung. Erwähnt werden auch zwei Krankheiten, die einige Gemeinsamkeiten mit Gastritis und Geschwür (Ulkus) aufweisen, „gastroösophagale Refluxkrankheit“ (mit Sodbrennen oder „saurem Aufstoßen“) und „funktionelle Dyspepsie“ oder „Reizmagen“.

Als eine der wichtigsten Ursachen für Gastritis und Ulkus gilt das Auftreten des Bakterium Helicobacter pylori im Magen. In Industriestaaten sind 10 bis 50 Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Es wird geschätzt, dass es bei 10 bis 20 Prozent der mit H. pylori Infizierten zu einer Erkrankung kommt. Eine Eradikation, die medikamentöse Behandlung zur Entfernung der Bakterien aus dem Magen, wird insbesondere dann empfohlen, wenn aktuell oder früher ein peptisches Ulkus diagnostiziert worden ist.

Psychosoziale Faktoren sind für die Entstehung von Gastritis oder Ulkus ebenfalls bedeutsam. Etwa um 1950 hatte sich das Konzept durchgesetzt, dass Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre stressbedingt seien. Als Folge des Nachweis von Helicobacter als Auslöser von Gastritis und Ulkus in den Achtzigerjahren vollzog sich in den Neunzigerjahren ein Paradigmenwechsel, der psychosomatische Aspekte in den Hintergrund treten ließ.

Inzwischen hat sich eine multifaktorielle Betrachtungsweise entwickelt, in denen psychosoziale Faktoren einen wichtigen Platz haben. So können Stress und Ärger zum Beispiel die Magensäureproduktion erhöhen (im doppelten Sinn sauer sein), die Entleerung des Magens verlangsamen und die Gefahr eines Rücklaufs von Gallensaft in den Magen erhöhen. Stress kann auch die Wirkung von Helicobacter pylori verstärken und die Heilung von Geschwüren behindern.

Auch zahlreiche Medikamente können unerwünschte Nebenwirkungen im Magen- und Darmbereich haben, Dosierung und Dauer der Einnahme spielen dabei eine wesentliche Rolle für das Schädigungsrisiko. Ein Risikofaktor für Gastritis oder Geschwüre ist auch Tabakkonsum. Auch Geräuchertes, Gebratenes, Fett, Alkohol, Süßes oder Koffein können die Magenschleimhaut beeinträchtigen, indem sie die Produktion von Magensäure anregen oder den Säurespiegel erhöhen. Auch Anzahl, Tageszeit und Zusammensetzung der Mahlzeiten haben einen Einfluss darauf, wie lange die Säure auf die Schleimhaut einwirkt.

Das GBE-Themenheft „Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre“ kann
kostenlos bestellt werden (Robert Koch-Institut, GBE, General-Pape-Str. 62, 12101 Berlin, E-Mail gbe@rki.de, Fax 030-18754-3513). Die Pdf-Datei ist im Internet abrufbar unter www.rki.de/gbe-hefte und www.rki.de > Gesundheit A-Z > Gastritis.
Herausgeber:
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin
www.rki.de
Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit
Pressestelle:
Susanne Glasmacher (Pressesprecherin)
Günther Dettweiler
(stellv. Pressesprecher)
Heidi Golisch
Judith Petschelt
Francesca Smolinski
Kontakt
Tel.: 030-18754-2239, -2832 und -2286
Fax: 030-18754 2265
E-Mail: presse@rki.de
Twitter: @rki_de

Susanne Glasmacher | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen
11.12.2017 | Universität Bern

nachricht Kommunikation ist alles – auch im Immunsystem
28.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit