Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Saarlandweit werden alle Patienten an saarländischen Kliniken auf den gefährlichen Krankenhauskeim MRSA untersucht

21.10.2010
Saarländisches MRSAar Netzwerk startet Pilotprojekt: Saarlandweit werden ab sofort alle Patienten an saarländischen Kliniken auf den gefährlichen Krankenhauskeim MRSA untersucht. Der neuartige WASP-Roboter verarbeitet automatisch die mikrobiologischen Proben.

Bedeutsame bakterielle Krankheitserreger sind mittlerweile gegen viele Antibiotika resistent und verursachen unter Umständen schwere bis tödlich verlaufende Infektionen. MRSA, der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus als wichtigster Keim aus dieser Gruppe, stellt in nahezu allen Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen und Pflegeheimen ein großes Problem dar.


Um mehr über das Vorkommen dieses Keims und seine Verbreitungswege im Saarland zu erfahren, werden ab sofort saarlandweit ALLE stationären Aufnahme-Patienten durch eine einfache Abstrichuntersuchung des Rachens und der Nasenvorhöfe auf MRSA untersucht. Erstmalig in Deutschland werden in einem so großen Gebiet flächendeckend alle Patienten untersucht. Gesundheitsminister Georg Weisweiler: „Die Erkenntnisse über MRSA sind auch im Zuge der Diskussionen um Standards bei der allgemeinen Krankenhaushygiene ein wichtiger Baustein.

Ich freue mich daher sehr, dass ein so einmaliges Unterfangen hier bei uns im Saarland möglich ist und bin besonders froh, dass sich ausnahmslos alle Kliniken an der Untersuchung beteiligen. Durch das flächendeckende Screening haben wir die einmalige Gelegenheit, einen Überblick über die Risikofaktoren und MRSA-Lasten für die stationären Einrichtungen des Saarlandes zu erhalten.“ Anschließend können darauf aufbauend die MRSA-Prävention und die Kontrollstrategien verbessert werden. Das Vorhaben wird durch Mittel des Ministeriums für Gesundheit und Verbraucherschutz und des Bundesministeriums für Gesundheit gefördert.

Erstmals in Deutschland wird hierzu an einem Universitätsklinikum ein sogenannter WASP®-Roboter eingesetzt, um die ca. 30.000 zusätzlichen mikrobiologischen Proben in einem automatisierten Verfahren zu verarbeiten. Dieses neuartige Gerät steht erst seit dem 30. September im mikrobiologischen Labor in Homburg. Der „Walk-Away Specimen Processor“ (WASP) automatisiert einen Arbeitsgang, der bisher nur von Hand erledigt werden konnte: Das Anlegen mikrobiologischer Proben für Hochdurchsätze. Professor Dr. Mathias Herrmann, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des saarländischen Universttätsklinikums (UKS): „Das gleichzeitige und einheitliche Vorgehen aller Krankenhäuser zur MRSA-Diagnostik für die Dauer des Aufnahmeprävalenz-Screenings wird für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse und damit für begründete, durch epidemiologische Daten gestützte Konsequenzen von großem Wert sein. Wir Mikrobiologen freuen uns natürlich, dass diese umfangreiche gemeinsame Aktion mit voraussichtlich ca. 30.000 zusätzlichen Untersuchungen im Labor durch den neuen Roboter „die Wespe“ (engl. „Wasp“) so effizient unterstützt wird.“

Professor Dr. Wolf-Ingo Steudel, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKS: „Eine wichtige Aufgabe eines Universitätsklinikums ist die Durchführung von guten, kontrollierten klinischen Studien. Diese haben die höchste Wertigkeit, was die Aussagekraft angeht. Ich bin deshalb sehr froh, dass es in einem derart komplexen Bereich wie den MRSA-Infektionen gelungen ist, für Herrn Prof. Herrmann eine derartige Studie nicht nur hinsichtlich der Kosten aufzulegen, sondern jetzt auch mit der Unterstützung des Ministeriums für Gesundheit und Verbraucherschutz, diese saarlandweit mit den entsprechenden Kliniken durchzuführen.“

Hintergrund:

MRSA bezeichnet einen gegen Penicillin-ähnliche Antibiotika (sogenannte Betalaktam-Antibiotika) resistenten bakteriellen Krankheitserreger, der nur noch auf eine Behandlung mit sogenannten „Reserve-Antibiotika“ anspricht. Diese Antibiotika sind oft schlechter wirksam, für den Patienten meist schlechter verträglich als die herkömmlichen Präparate und zudem teurer in der Anschaffung. MRSA kann unter anderem Infektionen der Haut, der Weichteile, des Herzens und von Wunden verursachen. Die Mehrheit der Betroffenen in Deutschland und Zentraleuropa infiziert sich während einer Behandlung in Krankenhäusern mit diesem Erreger. Zahlreiche Studien belegen, dass MRSA kontrolliert und reduziert werden kann.

Kontakt UKS:

Prof. Dr. Mathias Herrmann
Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Universitätsklinikum des Saarlandes
Tel.: 06841/16-23900, Fax: 06841/16-23985
E-Mail: mathias.herrmann@uks.eu
Judith Biechele (Ärztin, Projektmanagerin)
Tel. 06841/16-23990, mobil 0173-675 7233, E-Mail: info@mrsaar.net
Weitere Informationen: www.mrsaar.net
Kontakt Healthcare-Saarland:
Barbara Hartmann,
Tel. 06894-5906582, mobil: 0172-6185928, Mail: b.h.hartmann@web.de

Barbara Hartmann | Universitätsklinikum des Saarlan
Weitere Informationen:
http://www.healthcare.saarland.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise