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Rheumapatienten rechtzeitig operieren, wenn Medikamente versagen

16.08.2011
Rheumatische Erkrankungen lassen sich heute in der Regel mit Medikamenten behandeln. Doch nicht immer gelingt es, das Fortschreiten der Gelenkzerstörung zu verhindern.

Eine rechtzeitige Operation kann den Betroffenen dann viel Leid ersparen. Dank technischer Fortschritte können die Ärzte viele Eingriffe heute minimal-invasiv durchführen. Für die Patienten ist dies wesentlich schonender: Sie haben weniger Schmerzen und können die Klinik schneller verlassen als nach einer offenen Operation.

„Rheumapatienten, bei denen Medikamente die Gelenkzerstörung nicht stoppen können, sollten frühzeitig operiert werden“, sagt Dr. med. Stephan Schill, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh), die gemeinsam mit der DGRh in München tagt.

„Ziel ist es, die entzündlich veränderte Gelenkschleimhaut zu entfernen, bevor es zu dauerhaften Schäden an Gelenken und Weichteilen kommt.“ Dies ist heute in der Regel ohne große Operation möglich. Viele Eingriffe können die Ärzte minimal-invasiv während einer Gelenkspiegelung, der Arthroskopie, durchführen.

Für die Patienten ist dies wesentlich schonender als eine offene Operation. „Arthroskopische Gelenk- und Weichteileingriffe sind mit deutlich weniger Schmerzen und einer besseren Gelenkfunktion verbunden“, betont Schill, der am MVZ Gelenkzentrum Rosenheim tätig ist. Zudem können die Patienten das Krankenhaus früher verlassen. Auch für die Rehabilitation ist weniger Zeit nötig.

Doch nicht immer lässt sich die natürliche Gelenkfunktion durch einen minimal-invasiven Eingriff erhalten. Bei schweren Krankheitsverläufen müssen die Ärzte das Gelenk ersetzen oder versteifen. Versteifungen sind heute jedoch nur noch selten notwendig. Denn für die meisten großen und kleinen Gelenke von der Hüfte bis zu den Fingern stehen mittlerweile Kunstgelenke zur Verfügung. „Die Rheumachirurgie hat hier gerade im Bereich von Ellenbogen-, Handgelenk-, Fingergelenk- und Sprunggelenkersatz Pionierarbeit geleistet und entscheidend zur Weiterentwicklung der heute verfügbaren Modelle beigetragen“, berichtet Schill.

Trotz der guten Ergebnisse chirurgischer Eingriffe haben medikamentöse Therapie, Krankengymnastik und andere konservative Maßnahmen auch für den Chirurgen Schill Vorrang. Wenn diese Behandlungsansätze nicht greifen, sollte eine Operation erwogen werden. Die Behandlung von Rheumapatienten sei Teamwork, so der Experte. Orthopäden, Internisten und Physiotherapeuten müssten gemeinsam mit dem Chirurgen bestimmen, wann der richtige Zeitpunkt für eine Operation gekommen sei. Dann sollte der Eingriff aber nicht unnötig hinausgeschoben werden.

„Gerade die Kombination aus chirurgischer Frühintervention und effizienter medikamentöser Therapie hat die Langzeitergebnisse für Rheumapatienten erheblich verbessert“, betont Schill. Welche Möglichkeiten die moderne Rheumachirurgie bietet und wann sie zum Einsatz kommen sollte, ist ein Thema der Vorab-Pressekonferenz anlässlich des diesjährigen DGRh-Kongresses. Diese findet am 24. August 2011 in München statt.

Terminhinweis:
Vorab-Pressekonferenz anlässlich des 39. DGRh-Kongresses
Termin: Mittwoch, 24. August 2011, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Hotel Le Meridien, Raum Vendome, Bayerstraße 41, 80335 München
Themen und Referenten sind:
Vom Labor ans Krankenbett: Wie verändern neue Erkenntnisse aus der Forschung die Patientenversorgung?

Professor Dr. med. Hendrik Schulze-Koops, Kongresspräsident Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), Leiter der Rheumaeinheit, Klinikum der Universität München

Junge Rheumapatienten optimal versorgen: Welche Neuerungen gibt es in der Kinderrheumatologie?
- Professor Dr. med. Johannes-Peter Haas, Kongresspräsident Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 1. Stellvertreter der GKJR, Chefarzt am Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie Garmisch-Partenkirchen

- Privatdozentin Dr. med. Annette Jansson, Kongresspräsidentin Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), Leiterin der Rheumatologie im Dr. von Haunerschen Kinderspital, Klinikum der Universität München

Von minimal-invasiven Eingriffen bis zum Gelenkersatz: Operative Strategien bei rheumatischen Erkrankungen

Dr. med. Stephan Schill, Kongresspräsident Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh), MVZ Gelenkzentrum Rosenheim GmbH, Rosenheim

Die Deutsche Rheuma-Liga: Millionen Betroffenen eine Stimme geben
Professor Dr. med. Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband e.V., Berlin
Kontakt für Journalisten:
Silke Stark/Corinna Spirgat
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
Kongress-Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-572 bzw. -293
stark@medizinkommunikation.org
spirgat@medizinkommunikation.org

Dr. Cornelia Rufenach | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgrh.de

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