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Rechentraining erhöht Verarbeitungseffizienz des frontalen Cortex bei Patienten mit Rechenstörungen

28.07.2014

In der Neurologischen Rehabilitationsforschung ist eine zentrale Frage, welche neuronalen Veränderungen durch therapeutische Interventionen ausgelöst werden.

In einem Forschungsprojekt des Lurija Instituts Konstanz haben Wissenschaftler die Veränderungen neuronaler Aktivität bei Patienten mit Störungen der Zahlenverarbeitung und des Rechnens (Akalkulie) infolge von Schlaganfällen und Traumen untersucht.

Probleme mit der Zahlenverarbeitung und dem Rechnen, die häufig als Folge einer Erkrankung oder Verletzung des Gehirns auftreten, stellen für die Betroffenen in Alltag und Beruf oft vor erhebliche Probleme.

Die unter dem Begriff Akalkulie zusammengefassten Defizite sind vielfältig und es gibt noch kaum evaluierte Konzepte für die Behandlung. In den Kliniken Schmieder wird seit mehreren Jahren erfolgreich ein von Frau Dr. Claros-Salinas standardisiertes Rechentraining zur Verbesserung der Rechenleistung solcher Patienten eingesetzt.

In Rahmen eines Forschungsprojekts des Lurjja Instituts konnten Fr. Dr. Dolores Claros-Salinas (Kliniken Schmieder Konstanz) und Prof Dr. Mircea Ariel Schoenfeld (Klinik für Neurologie der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg /Leibniz Institut für Neurobiologie) erstmals die plastischen Veränderungen, die mit einer Erhöhung der Rechenleistung der Patienten einhergehen.

Sieben Patienten mit Akalkulie wurden mittels funktioneller Kernspintomographie vor und nach einem vier-wöchigen standardisierten Training des Kopfrechnens untersucht. In dieser Untersuchung mussten die Probanden die Lösung von einfachen Rechenaufgaben beurteilen. Als Kontrollaufgabe diente eine rein perzeptuelle Aufgabe. 

Trotz der unterschiedlichen Lokalisation der Hirnläsionen der Patienten ergab sich ein übereinstimmendes Bild: alle Probanden verbesserten ihre Rechenleistung. Die Patienten, die infolge des Trainings ein mittlere bis hohe Verbesserung der Rechenleistung aufwiesen, zeigten eine Reduzierung der neuralen Aktivität als Hinweis auf eine Effizienzsteigerung der Verarbeitung im Frontallappen.

Die Forscher schließen daraus, dass ein Rechentraining, wie es hier angewandt wurde, sich für Patienten mit unterschiedlichen Läsionen und unterschiedlicher Ausprägung der Akalkulie eignet.

Originalveröffentlichung: Dolores Claros-Salinas et al. Neural correlates of training induced improvements of calculation skills in patients with brain lesions, Restorative Neurology and Neuroscience, DOI 10.3233/RNN-130342

Weitere Informationen:

http://www.lurija-institut.de

Georg Greitemann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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