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Nach dem Rauchstopp geht das Herzinfarkt-Risiko wieder zurück

04.09.2013
Nach dem Rauchstopp geht das Herzinfarkt-Risiko wieder zurück - Wer mit 70 noch raucht, verliert vier Lebensjahre

Gute Nachrichten für Entwöhnungswillige bringt eine internationale Studie, die heute auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Amsterdam präsentiert wurde.

Sie zeigt, dass einmal aufgetretene Schäden an den Herzkranzgefäßen zwar nicht mehr vergehen, wenn Raucher dem blauen Dunst abschwören, dass ihr Herzinfarkt Risiko aber dennoch auf jenes von Nichtrauchern zurückgeht. Eine weitere im Rahmen des ESC Kongresses vorgestellte Arbeit zeigt, dass sich das Aufhören in jedem Alter lohnt und auch 70jährige noch an Lebenserwartung gewinnen, wenn sie das Rauchen bleiben lassen.

Dass es sich auch im höheren Alter noch lohnt, mit dem Rauchen aufzuhören, zeigen Daten aus der in Amsterdam präsentierten Whitehall-Studie, die den Gesundheitszustand britischer Beamter über längere Zeit abbildet. In einer Kohorte von Männern im Alter zwischen 66 und 97 Jahren zeigte sich für Raucher und Ex-Raucher ein deutlich höheres Sterberisiko als für jene Personen, die niemals geraucht hatten.

Raucher hatten ein um 50 Prozent höheres Risiko zu versterben als Männer, die niemals geraucht hatten, wobei dafür mehrheitlich kardiovaskuläre Erkrankungen ausschlaggebend waren. Das Risiko der Ex-Raucher war im Vergleich zu den Niemals-Rauchern nur mehr um 15 Prozent erhöht. Männer, die bereits vor mehr als 25 Jahren mit dem Rauchen aufgehört hatten, zeigten überhaupt kein erhöhtes Risiko mehr. Ausschlaggebend für die höhere Sterblichkeit von Ex-Rauchern waren Krebs und Lungenerkrankungen. Umgerechnet auf Lebensjahre bedeuten diese Daten, dass 70jährige Raucher im Schnitt vier Jahre verlieren, wenn sie nicht mit dem Rauchen aufhören.

„Diese Daten zeigen, dass es sich für die Gesundheit in jedem Alter lohnt, das Rauchen bleiben zu lassen – je früher desto besser“, sagt der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), Prof. Dr. Eckart Fleck (Deutsches Herzzentrm Berlin).

Die CONFIRM (Coronary CT Evaluation for Clinical Outcomes: An International Multicenter Study) Studie, ein Register mit mehr als 13.000 Patienten in neun Ländern, untersuchte, wieweit das Herzinfarkt-Risiko bei ehemaligen Rauchern zurückgeht, und kam zu überraschenden Ergebnissen. Ex-Raucher haben nämlich ein reduziertes Risiko, obwohl sich die durch das Rauchen verursachten krankhaften Veränderungen in den Herzkranz-Gefäßen nicht zurückbilden. Im Beobachtungszeitraum von zwei Jahren war das Risiko von Rauchern, einen Herzinfarkt zu erleiden, doppelt so hoch wie jenes der Nichtraucher. Zwischen Niemals- und Ex-Rauchern bestand kein Unterschied.

„Als nächstes müssen wir nun untersuchen, ob die Schädigungen in den Gefäßen der Ex-Raucher auf längere Sicht Probleme bereiten“, so Studienautor Dr. James Min (New York-Presbyterian Hospital und Weill Cornell Medical College). „Auch ist noch unklar, welche Rolle die Menge der gerauchten Zigaretten spielt und wie schnell sich das Risiko nach dem Rauch-Stopp normalisiert.“

Quelle: ESC Abstract 97 -- Smoking and risk of vascular and non-vascular mortality in old age: 15-year follow-up of 7000 men in the Whitehall resurvey; ESC Abstract P2071 -- Coronary artery disease extent, severity and risk among active smokers, past smokers and non-smokers: a prospective study of 13,372 patients undergoing coronary CT angiography

Kontakt:
Pressesprecher der DGK
Prof. Dr. Eckart Fleck
E-Mail: presse@dgk.org
B & K Kommunikationsberatung, Dr. Birgit Kofler: Mobil: 0043 676 6368930;
Büro Berlin: 030 700159676
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 8200 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien.

Prof. Dr. Eckart Fleck | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

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