Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Raucherambulanzen ziehen künftig stärker an einem Strang

25.05.2011
Psychologe Prof. Dr. Stephan Mühlig von der TU Chemnitz hat die Gründung des "Kooperationsnetzes universitärer Raucherambulanzen (KURA) e.V." mit initiiert und vernetzt die Raucherambulanz Chemnitz national und international

Die Nichtraucher stehen am 31. Mai weltweit im Fokus - seit 1987 findet an diesem Datum der Weltnichtrauchertag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) statt. "Weltweit stirbt alle sieben Sekunden ein Mensch an den Folgen des Rauchens. Allein in Deutschland sind das im Jahr etwa 140.000 Menschen", sagt Prof. Dr. Stephan Mühlig, Inhaber der Professur Klinische Psychologie an der Technischen Universität Chemnitz.

Die meisten Raucher würden sich das Rauchen eigentlich gerne abgewöhnen, schaffen es jedoch ohne professionelle Hilfe nur zu drei bis sechs Prozent, dauerhaft von der Zigarette los zu kommen. Nehmen aufhörbereite Raucher hingegen professionelle Tabakentwöhnungstherapien in Anspruch, steigt die Aufhörquote auf 40 bis 50 Prozent. Damit in Zukunft immer mehr Menschen der dauerhafte Ausstieg aus dem Tabakkonsum gelingt, werden an deutschen Universitäten und Universitätskliniken zunehmend Raucherambulanzen eingerichtet.

Diese bieten wissenschaftlich fundierte Tabakentwöhnungsmaßnahmen in Form von Entwöhnungskursen, die sich an alle aufhörbereiten Raucher, aber insbesondere an schwer Nikotinabhängige oder Hochrisikopatienten mit chronischen Krankheiten (zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Diabetes) richten.

Die "Raucherambulanz Chemnitz" bietet seit Anfang 2008 entsprechende Entwöhnungstrainings an. Um die Arbeit der universitären Raucherambulanzen stärker zu professionalisieren, wurde auf Initiative von Prof. Mühlig und einigen Mitstreitern aus anderen Universitäten das "Kooperationsnetz universitärer Raucherambulanzen (KURA) e.V." gegründet, das inzwischen bundesweit seine Arbeit aufgenommen hat. Zweck des Vereins ist die Vernetzung universitärer Raucherambulanzen in der Bundesrepublik Deutschland, mit dem Ziel, gemeinsame Standards in der Tabakentwöhnungstherapie zu fördern und die Diagnostik zu vereinheitlichen. Außerdem möchten sich die Wissenschaftler und Kliniker des Netzwerkes an der Einführung von Mindeststandards in der Qualifikation von entsprechenden Therapeuten beteiligen und eine Qualitätssicherung bei allen Mitgliedseinrichtungen etablieren. Sie planen gemeinsame Forschungsprojekte und setzen sich für eine Finanzierung der Tabakentwöhnungstherapie als Regelleistung durch die Krankenkassen ein. Darüber hinaus werden sie Kliniken, Ärzte und Therapeuten, aber auch Krankenkassen, Verwaltungsbehörden und weitere Einrichtungen beraten, den Wissenstransfer befördern und praktische Fertigkeiten sowie aktuelle Forschungsergebnisse vermitteln und mit internationalen Netzwerken zusammenarbeiten. "Momentan sind wir dabei, die einzelnen Ambulanzen bezüglich ihres Vorgehens zu harmonisieren. Das Netzwerk wird Praxis und Forschung stärker verzahnen", so Mühlig, der diese inhaltliche Abstimmung als KURA-Vorstandsmitglied zurzeit von Chemnitz aus koordiniert. Sitz des Vereins ist München, wo er in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität beheimatet ist.

Auch darüber hinaus ist die "Raucherambulanz Chemnitz" gut vernetzt. Im März 2011 wurde Prof. Mühlig in den nationalen "Wissenschaftlichen Aktionskreis Tabakentwöhnung (WAT) e.V." aufgenommen. Auf europäischer Ebene ist er Vertreter Deutschlands im "European smoking clinic assessment and networking (ECSAN)"-Projekt sowie Mitglied im "Global Network for Tobacco free Health Care Services". "Für das `Deutsche Netz Rauchfreier Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen´ haben wir zudem von Chemnitz aus die Evaluation des Gesamtprojektes durchgeführt", so Mühlig.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Stephan Mühlig, Telefon 0371 531-36829, E-Mail stephan.muehlig@psychologie.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise