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Radioonkologen lindern Schmerzen bei Knochenmetastasen

10.09.2009
Bei jeder fünften Brustkrebspatientin bilden sich im Verlauf der Erkrankung Knochenmetastasen. Eine palliative Strahlentherapie kann helfen, diese zu verkleinern, den Knochen zu stabilisieren und Schmerzen zu lindern. So erhöht sich auch die Lebensqualität der Betroffenen. Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) hat deshalb eine aktuelle Handlungsleitlinie zu diesem wichtigen Bestandteil der Brustkrebstherapie erarbeitet.

Knochenmetastasen können die Festigkeit des Knochens herabsetzen und starke Schmerzen verursachen. "Mit einer rechtzeitigen Strahlentherapie können wir hier gegensteuern und unseren Patientinnen Schmerzen ersparen oder diese zumindest lindern", erläutert Professor Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic, Präsidentin der DEGRO und Direktorin der Abteilung für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg.

Sie fordert deshalb eine noch stärkere Einbindung der Radioonkologie in ein fächerübergreifendes palliatives Behandlungskonzept. "Wichtig ist ein gesamtonkologischer Ansatz: So können wir die Strahlentherapie zum Beispiel mit der Gabe von Schmerzmitteln oder knochenaufbauenden Medikamenten, sogenannten Bisphosphonaten, kombinieren."

Auch nach einer chirurgischen Entfernung von Metastasen ist eine Strahlentherapie sinnvoll. Denn die Operation beseitigt in der Regel nicht alle Tumorreste. Einen besonderen Stellenwert hat die Strahlentherapie beim sogenannten metastatischen spinalen Kompressionssyndrom (MSCC). Dabei drücken die Metastasen auf das Rückenmark und verursachen so Lähmungen. Anfangs wird zur Behandlung häufig hochdosiertes Kortison eingesetzt. "Eine Strahlentherapie unterstützt die Wirkung des Medikamentes, erlaubt eine schnelle Dosisminderung und sollte beim MSCC unbedingt erfolgen", betont Engenhart-Cabillic.

Beim palliativen Einsatz der Strahlentherapie sind allzu viele Bestrahlungstermine und lange Behandlungszeiten zu vermeiden. "Wir sollten immer das fortgeschrittene Stadium der Krebserkrankung bedenken", betont die DEGRO-Präsidentin. "Bei Patientinnen, denen es sehr schlecht geht, können wir oft schon mit einer einzelnen Bestrahlung eine deutliche Schmerzlinderung erreichen."

Die Strahlentherapie ist eine hochpräzise Behandlungsmethode mit hohen Sicherheits¬standards und regelmäßigen Qualitätskontrollen. Bildgebende Verfahren wie die Computer- oder Magnetresonanztomographie ermöglichen eine exakte Ortung der Krebsherde. Mit modernen Bestrahlungsgeräten können Radioonkologen die Strahlen dann punktgenau auf den Tumor lenken. Umliegendes Gewebe bleibt weitestgehend verschont.

Quelle:
Souchon R, Wenz F, Sedlmayer F, Budach W, Dunst J, Feyer P, Haase W, Harms W, Sautter-Bihl ML, Sauer R: DEGRO Practice Guidelines for Palliative Radiotherapy of Metastatic Breast CancerStrahlentherapie und Onkologie 2009; 185: 417-24

Pressekontakt für Journalisten:

Silke Stark / Silke Jakobi
Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V.
Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-572
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: stark@medizinkommunikation.org

Silke Stark | idw
Weitere Informationen:
http://www.degro.org
http://www.medizinkommunikation.org

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