Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Radioaktive Trojaner verringern Knochenkrebs

09.08.2011
Neue Methode bremst Metastasen über drei Jahre lang

Radioaktive Isotope lassen sich bei der Behandlung von Knochenmetastasen hervorragend als Trojaner nutzen. Schleust man sie in den Krankheitsherd ein, führt dies bei jedem zweiten Patient zu einer Rückbildung der Erkrankung, berichten Forscher der Bonner Universitätsklinik für Nuklearmedizin im "Journal of Nuclear Medicine".


Knochenkrebs: Überlistung nach dem Troja-Vorbild möglich (Foto: Wikimedia)

Radioaktives Einschleusen
Nur etwa vier von 100.000 Menschen erkranken jährlich an der Krebsform "neuroendokriner Tumor". Die Geschwulste kommen meistens im Magen-Darm-Trakt und in der Bauchspeicheldrüse vor. Wenn Tumore Hormone bilden, können sie das Verdauungssystem durcheinander bringen, was die Lebensführung deutlich erschwert. Siedelt sich Krebs in Knochen an, verschlechtern sich die Überlebenschancen meist erheblich. "Bei manchen Patienten treten Knochenmetastasen auf", erklärt Forschungsleiter Samer Ezziddin gegenüber pressetext.

Tumore besitzen an ihrer Oberfläche Andockstellen, mit denen sie bestimmte Eiweiße einsammeln. Diese Eiweiße beluden die Forscher mit radioaktiven Lutetium, das nicht weiter als etwa einen Millimeter strahlt. "Deshalb konnten die Tumore damit gezielt zerstört werden, ohne das Nachbargewebe zu schädigen", so Ezzidin. Für die effektive Therapie von Knochenmetastasen gab es bisher mit dieser Methode noch keinen Nachweis, ergänzt der Bonner Nuklearmediziner Hans-Jürgen Biersack. "Die Ergebnisse sind spektakulär."

Wirkung dreimal länger als Chemotherapie
Bei etwa der Hälfte der getesteten Patienten bildeten sich die Knochenmetastasen zurück, bei einem weiteren Drittel blieben sie stabil. Bei zwei Behandelten verschwanden die Absiedlungen sogar komplett.

"Wir konnten einen durchschnittlichen Wachstums-Stop von 35 Monaten beobachten", berichtet Ezziddin. Verglichen mit den Daten medikamentöser Studien sei dies ein beachtliches Resultat. "Während andere Chemotherapien die Ausbreitung der Metastasen im Schnitt bis zu einem Jahr bremsen, gelang dies mit den radioaktiven Trojanern mindestens drei Mal so lange - und das selbst bei Knochenmetastasen", so der Mediziner.

Oranus Mahmoodi | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.meb.uni-bonn.de/nuclearmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mikrobiologen entwickeln Methode zur beschleunigten Bestimmung von Antibiotikaresistenzen
13.02.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Überschreiben oder Speichern? Die Gewissensfrage zur Vergesslichkeit
13.02.2018 | PhytoDoc Ltd.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics