Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Perfekter Spiegel" revolutioniert Laser-Chirurgie

22.12.2008
Militärische Glasfasertechnologie erleichtert Gehirnoperationen

Yoel Fink, Forscher am Research Laboratory of Electronics des Massachusetts Institute of Technology (MIT), hat eine technische Innovation vorgestellt, die den Bereich der minimal-invasiven Laser-Chirugie in der Medizin revolutionieren könnte.

Konkret handelt es sich dabei um ein auf Glasfasertechnologie basierendes optisches Gerät in Kugelschreiberform, das es Chirurgen erlaubt, die bei schwierigen Gehirn-Operationen eingesetzten Laser ohne großen Aufwand zu manipulieren. Das Grundkonzept für die neue Entwicklung stammt dabei aus dem militärischen Forschungsbereich und wurde nun auch für medizinische Zwecke adaptiert. Herzstück ist eine von Fink bereits 1995 entwickelte optische Vorrichtung, die als "perfekter Spiegel" bezeichnet wird und die sich durch spezielle Brechungseigenschaften für Licht und elektromagnetische Energieformen auszeichnet.

"Es gibt heute eigentlich kein Gebiet innerhalb der operativen Chirurgie mehr, wo keine Lasertechnologie zum Einsatz kommt", stellt Hartwig Bauer, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), im Gespräch mit pressetext fest. Der bekannteste Anwendungsbereich sei sicherlich die Augenmedizin, wo der Laser beispielsweise zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten eingesetzt werde.

"Laser haben vor allem als Schneidinstrument sehr gute Einsatzmöglichkeiten in der Chirurgie. Dies trifft insbesondere auf die Gehirnchirurgie zu, wo man millimetergenau arbeiten muss", betont Bauer. In diesem Bereich sei eine Einbindung von Robotik- und Automationselementen mittlerweile ungemein wichtig geworden. "Das berührungsfreie Schneiden mit einem Laser hat den Vorteil, dass das Hirngewebe nicht in dem Ausmaß geschädigt wird wie bei einer herkömmlichen Operation. Bei richtiger Dosierung wird zudem auch die Blutgerinnung begünstigt", fasst Bauer zusammen.

"Der perfekte Spiegel absorbiert kein Licht, sondern reflektiert es aus allen Winkeln", erklärt Fink in einem aktuellen CNN-Interview. Ursprünglich sei diese Technologie eigentlich im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums entwickelt worden, um Laserstrahlen feindlicher Geschütze ablenken zu können. Doch als man entdeckt habe, dass die Vorrichtung nicht nur Licht, sondern generell jede Form von elektromagnetischer Energie reflektiert, sei eine Nutzung auch abseits militärischer Zwecke sinnvoll geworden. "Wir sind dann recht bald auf die minimal-invasive Gehirn-Chirurgie gekommen, da in diesem Bereich vielfach bereits Laser anstelle von Skalpellen eingesetzt werden, um verschiedene Krankheitserscheinungen wie etwa Tumore zu bekämpfen", schildert Fink.

Wie sinnvoll der Einsatz des perfekten Spiegels in der Medizin tatsächlich ist, zeigen verschiedene Testläufe an US-Krankenhäusern. "Als ich das von Fink entwickelte optische Tool zum ersten Mal gesehen habe, war ich sehr skeptisch. Nach den ersten Tests bin ich allerdings überwältigt von dieser Entwicklung", meint Stanley Shapshay, Hals-, Nasen- und Ohrenarzt aus den USA. An die 100 Operationen habe er mittlerweile mit dem "Perfect Mirror Laser" durchgeführt. "Das Gerät lässt sich sogar leichter bedienen als ein Skalpel und ermöglicht es dem Chirurgen, nahezu jeden Gewebebereich des menschlichen Körpers zu erreichen", so Shapshay.

Markus Steiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.rle.mit.edu
http://www.dgch.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs
13.12.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine blühende Sternentstehungsregion

14.12.2017 | Physik Astronomie

Wasserstoffproduktion: Proteinumfeld macht Katalysator effizient

14.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie die Niere bei Wassermangel hochkonzentrierten Urin herstellt

14.12.2017 | Biowissenschaften Chemie