Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Notsignal" soll Wund-Behandlung revolutionieren

05.04.2011
HMGB1 veranlasst Stammzellen zur Hautreparatur

Eine Chemikalie, die Zellen des Knochenmark zu einer Wunde leitet, haben Wissenschaftler der Osaka University und des King's College London entdeckt. Bei dem "Notsignal" handelt es sich um HMGB1. Das Team geht davon aus, dass es als eine Art Megaphon zur Verbesserung der Behandlung von Verletzungen wie Verbrennungen und Geschwüren an den Beinen eingesetzt werden kann.

Der Zellbiologe Phil Stephens von der Cardiff University http://www.cardiff.ac.uk erklärte laut BBC, dass dieser Forschungsansatz über ein großes Potenzial verfüge. Entscheidend werde jedoch sein, ob und wie eine Kontrolle möglich ist. HMGB1 zu aktivieren reiche allein nicht. Vielmehr sind die richtige Menge und der richtige Zeitpunkt der Schlüssel zum Erfolg dieses Behandlungsansatzes.

Knochenmark spielt wichtige Rolle

Wissenschaftler haben bereits angenommen, dass Knochenmark eine Rolle bei der Wiederherstellung von geschädigter Haut spielt. Der genaue Vorgang war jedoch nicht erforscht. Für die aktuelle Studie versahen die Wissenschaftler das Knochenmark von Mäusen mit Zellen, die grün leuchten und so auf ihrem Weg durch den Körper beobachtet werden können. In einem nächsten Schritt wurden den Tieren Verletzungen zugefügt und einige erhielten Hauttransplantationen. Bei den Mäusen ohne Transplantationen gelangten nur wenige Stammzellen zur Wunde. Bei den Tieren mit Transplantationen waren es jedoch sehr viele.

John McGrath vom King's College London erklärte, dass transplantiertes Hautgewebe über keine Blutgefäße und daher auch über keinen Sauerstoff verfügt. Dieser Umstand führt zur Freisetzung von HMGB1 oder was er als Signal zur Rettung der Haut bezeichnet. Die Folge ist, dass sich die Stammzellen in Richtung der Wunde bewegen. Dieses Forschungsergebnis könnte große Auswirkungen auf die Behandlung von Menschen mit seltenen genetischen Erkrankungen aber auch bei Verbrennungen und Geschwüren haben. "Eine Revolutionierung der Behandlung von Wunden ist denkbar."

Der Wissenschaftler stellt sich konkret die Behandlung mit einem Medikament vor, das nahe der Wunde injiziert wird und ähnlich wie HMGB1 wirkt. In Osaka wird derzeit an der Entwicklung eines derartigen Medikaments gearbeitet. Erste Tests mit Tieren sollen Ende des Jahres stattfinden, klinische Tests mit Patienten sind kurz darauf geplant. Details der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org/content/early/2011/03/30/1016753108 veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.osaka-u.ac.jp/en
http://www.kcl.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten