Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Forschung ist die beste Medizin" - Adipositasforschung in Leipzig ausgebaut

15.11.2012
Die neue Studienambulanz des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen in Leipzig öffnete am 15. November 2012 ihre Pforten für Menschen, die sich an wissenschaftlichen Untersuchungen zur Erforschung krankhaften Übergewichts (Adipositas) beteiligen.

Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), übergab die Studienambulanz ihrer Bestimmung und unterstrich, dass "durch die vertiefte patientenorientierte und fächerübergreifende Adipositas-Forschung auch die Versorgung der Patienten weiter verbessert wird."

Denn die Erkenntnisse aus der klinischen Forschung können direkt in die Entwicklung effektiverer Adipositastherapien einfließen. Die neue Studienambulanz im Roten Haus (Philipp-Rosenthal-Straße 27) des Medizinischen Viertels verfügt über verschiedene, mit modernsten Geräten ausgestattete Untersuchungs-, Interview- und Trainingsräume. So können etwa Studienteilnehmer zu ihrem Gesundheitszustand oder Essverhalten befragt, Blut- und Fettgewebeproben entnommen, der Kalorienverbrauch oder die Köperzusammensetzung gemessen und das Essverhalten durch digitale Untersuchungsmethoden analysiert werden. Durch Videoaufzeichnungen von Familien beim Essen und begleitenden Befragungen untersucht z.B. ein IFB-Forscherteam, wie sich das elterliche Verhalten auf die Essgewohnheiten von Kleinkindern auswirkt.

"Die Studienambulanz bietet unseren Wissenschaftlern die Chance, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Kollegen verschiedener Disziplinen konzentriert mit Patienten und Probanden zu forschen. Dabei ist die gesamte Expertise und Infrastruktur der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums um die Ecke. Patienten können im Rahmen von Studien durchaus frühzeitig von erfolgversprechenden Therapien profitieren", erläuterte Prof. Michael Stumvoll, wissenschaftlicher Leiter des IFB AdipositasErkrankungen. So können z. B. junge Menschen, die an einer Essanfalls-Störung (Binge-Eating) leiden, ein spezielles Coaching in der Studienambulanz wahrnehmen, das ihnen hilft, ihr Essverhalten wieder in den Griff zu bekommen.

Das BMBF fördert insgesamt acht IFB-Zentren in Deutschland; das IFB AdipositasErkrankungen erhält rund 24 Millionen Euro über fünf Jahre. Das IFB ist seit 2010 eine gemeinsame Einrichtung des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Das Universitätsklinikum ermöglichte durch die Sanierung des Roten Hauses die Einrichtung der Studienambulanz. Am IFB gibt es derzeit über 40 interdisziplinäre Forschungsprojekte z. B. zu Adipositas-Genen, verschiedenen Therapie- und Präventionsansätzen, Fettgewebs-, hormonellen und neuronalen Einflüssen auf die Entwicklung einer Adipositas bis hin zum Zusammenhang von Schlaf, Depressionen und psychischen Störungen mit dem Essverhalten.

Über 150 Interessierte aus Wissenschaft, Medizin, Pflege und therapeutischen Berufen erfuhren mehr über diese Forschungsbereiche und über neue Behandlungsansätze in der Fachkonferenz "Forschung konkret – Adipositas im Visier“ von BMBF und IFB (am selben Tag). Das große Interesse an Adipositas geht auf die starke Zunahme dieser Erkrankung zurück: Über die Hälfte der Deutschen ist übergewichtig und fast ein Viertel der Männer und Frauen sind sogar adipös. Vor allem die Folgeerkrankungen starken Übergewichts, wie Diabetes (Typ 2), Arteriosklerose, Fettleber und Bluthochdruck belasten die Betroffenen und das Gesundheitssystem.

Info zur IFB Studienambulanz
Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen Philipp-Rosenthal-Straße 27 (Rotes Haus, M, 2.OG), 04103 Leipzig
Kontakt: Jana Hösel, Telefon: 0341 97-15333, Mo. - Di. 8:00 – 12:00 Uhr
Leitung: Prof. Dr. Anja Hilbert
Die Studienambulanz ist Anlaufstelle für BürgerInnen und PatientInnen, die an einer wissenschaftlichen Studie teilnehmen. Die Terminvergabe erfolgt durch die LeiterInnen der jeweiligen Studie.
Weitere Informationen:
Doris Gabel
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit IFB
Telefon: +49 341 97-13361
E-Mail: presse@ifb-adipositas.de
Prof. Dr. Michael Stumvoll
Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen
Telefon: +49 341 97-13380

Susann Huster | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifb-adipositas.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ursache für akutes Leberversagen bei Kleinkindern entdeckt
02.07.2015 | Technische Universität München (TUM)

nachricht Subkutane Gabe von multispezifischen Antikörpern macht Tumortherapie schneller und verträglicher
01.07.2015 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forschungsschiff Heincke seit 25 Jahren im Dienst der Wissenschaft

Ein Vierteljahrhundert alt, über 900.000 Kilometer (488.842 nautische Meilen) gefahren und trotzdem auf dem neuesten wissenschaftlichen und technischen Stand: Die Indienststellung des Forschungsschiffes Heincke jährt sich am 8. Juli 2015 zum 25. Mal.

Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), das die Heincke betreibt, nehmen ebenso regelmäßig an...

Im Focus: Solardächer produzieren Strom für Fahrzeuge

Studentische Industriekooperation zwischen HAW Hamburg und Webasto erarbeitet Ergebnisse für EU-Zertifizierungsprozess von Solardächern zur Verbesserung der Öko-Bilanz von Fahrzeugen.

Unter der Leitung von Dr.-Ing. Volker Skwarek, Professor für technische Informatik an der HAW Hamburg, erarbeiteten sechs Studierende des...

Im Focus: Viaducts with wind turbines, the new renewable energy source

Wind turbines could be installed under some of the biggest bridges on the road network to produce electricity. So it is confirmed by calculations carried out by a European researchers team, that have taken a viaduct in the Canary Islands as a reference. This concept could be applied in heavily built-up territories or natural areas with new constructions limitations.

The Juncal Viaduct, in Gran Canaria, has served as a reference for Spanish and British researchers to verify that the wind blowing between the pillars on this...

Im Focus: Aus alt mach neu - Rohstoffquelle Elektroschrott

Der Markt für Unterhaltungselektronik boomt: Rund 60 Millionen Fernsehgeräte wurden im letzten Jahr in Europa verkauft. Früher oder später werden sie zurückkehren – als Elektroschrott.

Die Recycling-Industrie hat darauf reagiert: Kupfer, Aluminium, Eisen- und Edelmetalle sowie ausgewählte Kunststoffe werden bereits wiederverwertet. Allerdings...

Im Focus: Radar schützt vor Weltraummüll

Die Bedrohung im All durch Weltraummüll ist groß. Aktive Satelliten und Raumfahrzeuge können beschädigt oder zerstört werden. Ein neues, nationales Weltraumüberwachungssystem soll ab 2018 vor Gefahren im Orbit schützen. Fraunhofer-Forscher entwickeln das Radar im Auftrag des DLR Raumfahrtmanagement.

Die »Verkehrssituation« im All ist angespannt: Neben unzähligen Satelliten umkreisen Weltraumtrümmer wie beispielsweise ausgebrannte Raketenstufen und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Flurförderzeuge im Zeichen der Zeit

03.07.2015 | Veranstaltungen

Aktuelles aus Forschung und Betrieb: 27. Deutscher Flammentag

02.07.2015 | Veranstaltungen

Call for ideas: Gute Ideen für bessere Städte

02.07.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Siemens erhält Auftrag für Offshore-Windkraftwerk in Großbritannien

03.07.2015 | Unternehmensmeldung

Flurförderzeuge im Zeichen der Zeit

03.07.2015 | Veranstaltungsnachrichten

Kompakter Time Converter für zuverlässigen Einsatz in rauen Umgebungen

03.07.2015 | Energie und Elektrotechnik