Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Aufrüstung" des menschlichen Körpers geplant

20.10.2009
Hundertjährige sollen bald so fit sein wie Fünfzigjährige

Hundertjährige mit den Körpern von Fünfzigjährigen sollen eines Tages durchaus möglich sein, davon sind Wissenschaftler der University of Leeds überzeugt. Die Hälfte der Kinder, die heute in Großbritannien geboren werden, soll dank höherer Lebensstandards 100 Jahre alt werden. Problematisch ist nur, dass unsere Körper immer noch gleich schnell altern.

Um 50 aktive Jahre nach dem 50. Geburtstag zu erreichen, investieren die britischen Experten innerhalb von fünf Jahren 50 Mio. Pfund in die Suche nach innovativen Lösungen. Sie planen, Pensionisten mit vom eigenen Körper stammendem Gewebe und permanenten Implantaten auszustatten.

"Lebenszeit" von Hüfttransplantaten verlängert

Neue Hüftgelenke, Knie und Herzklappen sind nur der Anfang. Vorstellbar sei auch, Schritt für Schritt den Großteil der Körperteile, die mit dem Alter anfälliger werden "aufzurüsten". Das Institute of Medical and Biological Engineering hat bereits ein Hüfttransplantat entwickelt, das ein Leben lang haltbar sein soll. Derzeit haben diese Transplantate eine Haltbarkeit von maximal 20 Jahren. Die Kombination von einer Gelenkpfanne aus einer Kobald-Chrom-Legierung und einem Gelenkkopf aus Keramik sollte die 100 Mio. Schritte, die ein Fünfzigjähriger bis zu seinem 100. Geburtstag macht, leicht aushalten.

Körper soll eigene Organe selbst herstellen

Gleichzeitig hat das Team um Eileen Ingham ein neues Verfahren entwickelt, das es dem Körper ermöglichen soll, sich selbst weiterzuentwickeln. Es geht um transplantierbares Gewebe - vielleicht sogar um Organe, die der Körper selbst herstellen kann. Damit wäre auch das Problem der Abstoßung fremder Organe gelöst. Bis jetzt ist es laut BBC bereits gelungen, mit diesem Verfahren voll funktionsfähige Herzklappen zu schaffen.

Grundlage dafür ist eine gesunde gespendete Herzklappe entweder von einem Menschen oder einem passenden Tier wie zum Beispiel einem Schwein. Mit einem Cocktail aus Enzymen und chemischen Reinigungsmitteln werden die Zellen entfernt. Das innere Gerüst kann dann ohne Probleme transplantiert werden. Der Körper selbst besiedelt dieses Gerüst in der Folge mit eigenen Zellen. Tests mit Tieren und 40 Patienten in Brasilien haben laut Ingham vielversprechende Ergebnisse geliefert.

Das Verfahren wurde beim NHS National Blood and Transplant Tissue Services zugelassen und kann daher in Zukunft in Großbritannien bei jedem gespendeten menschlichen Gewebe eingesetzt werden. Derzeit überprüft der National Health Service den Einsatz bei Spenderhaut für Patienten mit schweren Verbrennungen.

Abhängigkeit von Spenderorganen durchbrechen

Christina Doyle von Xeno Medical erklärte, der heilige Gral sei, die Abhängigkeit von Spenderorganen zu durchbrechen. Genau dorthin würden diese Verfahren eines Tages führen. Die Wissenschaftlerin schränkte allerdings ein, dass es bis zur allgemeinen Einsetzbarkeit dieser Technologie noch 30 bis 50 Jahre dauern kann. Jedes einzelne Transplantat muss individuell hergestellt und getestet werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.leeds.ac.uk
http://www.xenomedical.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise