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Psychotherapie normalisiert das Hirn bei Sozialer Phobie

06.02.2017

Die Behandlung einer Sozialen Angststörung in einer Psychotherapie zeigt Wirkung. Dank der Therapie werden wichtige Hirnstrukturen, die bei der Emotionsverarbeitung involviert sind, normalisiert. Dies weisen Forschende der Universität Zürich, des Universitätsspitals Zürich sowie der Psychiatrischen Universitätsklinik in einer neuen Studie nach.

Angst im sozialen Umgang ist weit verbreitet: Rund jeder zehnte Mensch ist im Laufe seines Lebens von einer Sozialen Angststörung betroffen, die ihn im Alltag stark einschränkt. Menschen mit einer Sozialen Phobie fällt es etwa schwer, vor einer grösseren Gruppe oder mit unbekannten Menschen zu sprechen.


In der markierten Hirnregion nahm die Dicke der Hirnrinde nach Psychotherapie ab.

Bild: UZH

Jetzt weist eine Studie von Forschenden der Universität Zürich, des Universitätsspitals Zürich sowie der Psychiatrischen Universitätsklinik nach, dass die erfolgreiche Behandlung einer Angststörung wichtige Hirnstrukturen verändert, die an der Verarbeitung sowie der Regulierung von Emotionen beteiligt sind.


Kognitive Verhaltenstherapie ist zentral

Bei Patientinnen und Patienten mit Sozialen Angststörungen können frontale und seitliche Hirnareale unbegründete Angstgefühle nicht genügend regulieren. Für die Behandlung der Sozialen Angststörung ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) zentral. Indem Strategien zur Emotionsregulation eingeübt werden, soll die Balance der Emotionen wieder hergestellt werden. Die Zürcher Studie untersuchte, ob es nach einer spezifischen zehnwöchigen KVT zu strukturellen Veränderungen im Gehirn von Patienten mit einer Sozialen Angststörung kommt. Dazu wurde das Gehirn der Studienteilnehmer vor und nach der KVT mittels Magnetresonanz-Tomographie untersucht.


Veränderungen im Gehirn normalisiert

«Wir können zeigen, dass es zu strukturellen Veränderungen in Hirnarealen kommt, die mit Selbstkontrolle und Emotionsregulation zusammenhängen», sagt Annette Brühl, Leitende Ärztin am Zentrum für Depressionen, Angsterkrankungen und Psychotherapie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK). Je erfolgreicher sich die Behandlung für die Patienten auswirkte, desto stärker waren ihre Hirnveränderungen ausgeprägt. Die Forschungsgruppe konnte weiter nachweisen, dass nach der Therapie die tiefen Hirnareale, die an der Emotionsverarbeitung beteiligt sind, stärker vernetzt sind. Zusammenfassend hält Annette Brühl fest: «Die Psychotherapie normalisiert die durch eine Soziale Angststörung ausgelösten Hirnveränderungen.»


Literatur:

Vivian Steiger, Annette Brühl, Steffi Weidt, Aba Delsignore, Michael Rufer, Lutz Jäncke, Uwe Herwig, and Jürgen Hänggi. Pattern of structural brain changes in social anxiety disorder after cognitive behavioral group therapy: a longitudinal multimodal MRI study. Molecular Psychiatry, December 6 (advanced online). doi:10.1038/mp.2016.217

Kognitive Verhaltenstherapie

In der kognitiven Verhaltenstherapie sollen Betroffene lernen, neue Strategien im Umgang mit Sozialen Angststörungen auszuprobieren. Anhand konkreter Beispiele werden Erklärungsmodelle in der Gruppe besprochen und Ansatzpunkte für Veränderungen erarbeitet. Durch Selbstbeobachtung, Rollenspiele oder Videoaufnahmen können alternative Sichtweisen entwickelt werden.

Mehr unter: http://www.psychiatrie.usz.ch/fachwissen/seiten/angststoerungen.aspx

Weitere Informationen:

http://www.media.uzh.ch/de/medienmitteilungen/2017/Psychotherapie-Soziale-Phobie...

Nathalie Huber | Universität Zürich

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