Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pro Gastrin Releasing Peptide (ProGRP) - ein bedeutender diagnostischer Biomarker für das kleinzellige Bronchialkarzinom

18.11.2008
Indikationen zur ProGRP-Bestimmung:
o Verdacht auf Bronchialkarzinom
o Differentialdiagnose unklarer Lungenrundherde
o Verdacht auf tumorinduzierte Polyneuropathie
o Therapieeffizienzkontrolle und Nachsorge kleinzelliger Bronchialkarzinome sowie weiterer kleinzelliger neuroendokriner Karzinome (z.B. Prostata, Ösophagus) und des medullären Schilddrüsenkarzinoms

Das Bronchialkarzinom ist eine maligne Neubildung entarteter Zellen der Bronchien oder Bronchiolen. Erste Warnsignale für die Entstehung dieses Karzinomtypus sind Husten, eine therapieresistente Bronchitis, aber auch allgemeine Anzeichen wie Leistungsknick, Erkältung, Atemnot und Schmerzen im Brustkorb. Symptome, die - wie bei anderen Tumorerkrankungen auch - anfangs uncharakteristisch sind und ein Lungenkarzinom weder sicher bestätigen noch ausschließen helfen.

Als gesichert hingegen gelten die Ursachen einer solchen Erkrankung: In erster Linie sind hier sogenannte Inhalationskarzinogene anzuführen wie sie im Tabakrauch entstehen. Raucher sind denn auch 10-20mal häufiger betroffen als Nichtraucher. Weiterhin sind zahlreiche Umweltfaktoren aufzulisten wie Asbest, Nickel, Chrom und radioaktive Stoffe. Die Krankheitsentwicklung verläuft schleichend, die meisten Patienten sind zwischen 50 und 70 Jahre alt.

Wird ein Bronchialkarzinom diagnostiziert, erfolgt die Einteilung in Subtypen der histologischen Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation. Danach unterscheidet man das kleinzellige Karzinom (SCLC), das nichtkleinzellige Karzinom (NSCLC) und andere Karzinomarten.

Patienten mit Bronchialkarzinomen unterschiedlicher Histologie haben insgesamt eine sehr geringe Überlebensrate. Besonders schlecht stellt sich die Prognose beim kleinzelligen Bronchialkarzinom dar. Zudem wächst das SCLC schnell, zeigt eine frühe Metastasierung und ist durch entsprechende Bildgebungsverfahren nur unzureichend darstellbar. Vor diesem Hintergrund ist die Notwendigkeit einer möglichst frühen Entdeckung und einer genauen histologischen Zuordnung plausibel. Differentialdiagnostisch kann hier die Bestimmung von ProGRP wegweisend sein, wie zahlreiche Studien zeigen konnten.

"Bezogen auf benigne Lungenerkrankungen als Kontrollkollektiv besitzt ProGRP von allen bislang bekannten Tumormarkern die höchste Empfindlichkeit für das kleinzellige Bronchialkarzinom und ist auch bezüglich Tumor- und Organspezifität CEA, CYFRA 21-1, NSE und Chromogranin A überlegen", konstatiert Dr. med. Petra Stieber, Leiterin des Forschungsbereichs "Onkologische Labordiagnostik", Institut für Klinische Chemie am Klinikum der Universität München - Campus Großhadern.

ProGRP ist die Vorstufe des GRP. Physiologisch steuert GRP die Freisetzung von Gastrin sowie die Vasodilatation des Respirationstrakts. Aber auch beim kleinzelligen Bronchialkarzinom wird GRP freigesetzt, was dessen Einsatz als Tumormarker beim Lungenkarzinom begründet. Da die Messung des GRP recht aufwendig und arbeitsintensiv ist, verwendet man die etwas stabilere Vorstufe ProGRP als Tumormarker. Stand bislang nur ein manueller ELISA-Test zur Verfügung, so kann heute als Alternative dazu auch auf den vollautomatischen Immunoassay "Architect ProGRP" des Architect-Systems von Abbott gesetzt werden.

Die hohe diagnostische Spezifität in Kombination mit der hohen Sensitivität im frühen Stadium der Erkrankung mache ProGRP so wertvoll, betont die Tumormarker-Expertin Dr. Stieber. "Aufgrund seines Freisetzungsmusters stellt ProGRP einen der sehr raren onkologischen Biomarker dar, der diagnostisches Potential erreicht. Da zudem die ProGRP-Freisetzung unabhängig vom Tumorstadium ist, könnte dieser Marker durchaus für Screeningzwecke bei Hochrisikopatienten wie Rauchern geeignet sein".

Indikationen zur ProGRP-Bestimmung:
o Verdacht auf Bronchialkarzinom
o Differentialdiagnose unklarer Lungenrundherde
o Verdacht auf tumorinduzierte Polyneuropathie
o Therapieeffizienzkontrolle und Nachsorge kleinzelliger Bronchialkarzinome sowie weiterer kleinzelliger neuroendokriner Karzinome (z.B. Prostata, Ösophagus) und des medullären Schilddrüsenkarzinoms
Über Abbott Deutschland
Abbott ist ein vielseitiges, weltweit tätiges Unternehmen im Gesundheitswesen, das sich mit der Erforschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von pharmazeutischen und medizinischen Produkten, einschließlich medizinischer Ernährung, Medizingeräten und Diagnostika, befasst. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 68.000 Mitarbeiter und vertreibt seine Produkte in über 130 Ländern.

Abbott Deutschland mit Hauptsitz in Wiesbaden beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter an den Standorten Wiesbaden, Ludwigshafen, Rangendingen und Wetzlar.

medico-consult
Dr. Ulrich Fromm
Agentur für Wissenschaftsberichterstattung
Medizin/Gesundheit
Elsa-Brändströmstr. 11
65203 Wiesbaden
Tel. 0611 7244191
01704352918
ufromm@web.de

Dr. Ulrich Fromm | idw
Weitere Informationen:
http://www.abbott.com
http://www.abbottdiagnostics.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie