Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Premiere in der Herzchirurgie: Ulmer Chirurgen setzen zwei neue Herzklappen über einen Zugang ein

31.03.2015

Die Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Ulm gehört zu einem der führenden Zentren im Bereich des kathetergestützten Herzklappenersatzes. Am Donnerstag, 26. März, gelang es einem interdisziplinär besetzten Team um die Herzchirurgen Prof. Dr. Andreas Liebold, Ärztlicher Direktor der Klinik, Prof. Dr. Robert Bauernschmitt, Oberarzt und Leiter der klinischen Forschung, und Dr. Christian Liewald, Oberarzt, weltweit zum ersten Mal einer Patientin erfolgreich beide Herzklappenprothesen über einen einzigen, weniger als einen Zentimeter großen Zugang an der Herzspitze am schlagenden Herzen einzusetzen.

Bei Patienten mit hohem Risikoprofil ist der Ersatz der Aortenklappe mittlerweile klinische Routine; der Ersatz der Mitralklappe konnte bisher nur in wenigen Fällen und mit wenig überzeugenden Ergebnissen durchgeführt werden. Der Ersatz beider Herzklappen des linken Herzens über Katheter ist bisher nicht gelungen.


Prof. Dr. Andreas Liebold

Universitätsklinikum Ulm


Prof. Dr. Robert Bauernschmitt

Universitätsklinikum Ulm

Dieser Eingriff wurde nun von den Herzchirurgen Prof. Dr. Andreas Liebold, Prof. Dr. Robert Bauernschmitt und Dr. Christian Liewald am Universitätsklinikum Ulm weltweit erstmals erfolgreich durchgeführt: Beide Herzklappenprothesen wurden über einen einzigen, weniger als einen Zentimeter großen Zugang an der Herzspitze am schlagenden Herzen eingepflanzt.

Durch den Schnitt im Zwischenraum der fünften und sechsten Rippe der linken Brustkorbhälfte schafft der Chirurg bei dem Eingriff einen Zugang zur Herzspitze, in die er einen Katheter einführt. Bei der 59-jährigen, schwerkranken Patientin waren beide Klappen des linken Herzens durch Verkalkungen hochgradig verengt. Da sich diese Verkalkungen nicht auf die Herzklappen beschränkten, sondern sich weit in die Muskulatur der linken Herzkammer erstreckten, erschien die offene Operation am Herzen nicht nur wegen des Allgemeinzustands der Patientin, sondern auch rein technisch extrem riskant.

Eine Teamleistung
Die Patientin überstand den weniger als eineinhalb Stunden dauernden Eingriff jedoch ohne Komplikationen. „Wir sind sehr froh, dass wir der Patientin den risikoreichen offenen Eingriff ersparen konnten und erstmals beide Herzklappen über den kathetergestützten Eingriff ersetzen konnten. Natürlich ist das nicht nur ein Erfolg unserer Chirurgie, sondern eine Teamleistung. Dazu gehören unsere OP-Schwestern und Kardiotechniker. Eine großartige Leistung auch der Anästhesie. Dr. Öchsner aus unserem Team der Kardioanästhesie hat die schwerkranke Patientin sanft und sicher, dabei jederzeit stabil, durch diesen Eingriff geführt“, so Professor Liebold, Ärztlicher Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie.

„Ein großer Anteil an diesem außergewöhnlichen Operationserfolg gebührt auch unserer radiologischen Klinik“, ergänzt Professor Bauernschmitt, für den der kathetergestützte Herzklappenersatz seit über acht Jahren den Schwerpunkt seiner Tätigkeit darstellt. „Die exzellenten Schnittbilder, die uns das Team um Prof. Beer liefert, erlauben es uns, diese komplexen Eingriffe minutiös am Computer zu planen – die Voraussetzung für den Erfolg.“

Weitere Informationen:
Die Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie ist Teil des Zentrums für Chirurgie des Universitätsklinikums Ulm. Ein Team von Spezialisten befasst sich mit der chirurgischen Behandlung von Erkrankungen des Herzens, der Lunge, des Brustkorbes sowie der Blutgefäße. Ärztlicher Direktor ist Prof. Dr. Andreas Liebold, dem es wichtig ist, ein möglichst breites Spektrum vorhandener Technologien anzubieten, um so für jeden Patienten die individuell beste Lösung parat zu haben.

Gerne vermitteln wir Ihnen Gesprächspartner. Bitte kontaktieren Sie Janina Kohn, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Universitätsklinikum Ulm, unter der Rufnummer 0731 500 43046.

Janina Kohn | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen

24.05.2017 | Geowissenschaften