Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Portabler Vogelgrippe-Test liefert Ergebnis in zwei Stunden

14.08.2008
Zeitpunkt der Diagnose für Überlebenschancen entscheidend

Wissenschaftler der Nottingham Trent University entwickeln derzeit laut eigenen Angaben ein portables Testgerät, das eine Vogelgrippe-Erkrankung innerhalb von zwei Stunden feststellen kann.

Derzeit dauert es noch rund eine Woche bis die verschiedenen Stämme der Vogelgrippe in Labortests identifiziert sind. Das neue Gerät ist darauf ausgerichtet - vor Ort - bei einem befürchteten Ausbruch oder direkt bei einem Patienten eingesetzt zu werden. Für den Menschen tödliche Virenstämme können damit entscheidend rascher identifiziert und so potenziell Leben gerettet werden. In Indonesien liegt die Sterberate bei mit H5N1 Infizierten laut BBC bei rund 81 Prozent.

Eines der großen Probleme ist, dass frühe Symptome wie Husten und Fieber auch bei anderen verbreiteten Infektionen auftreten und sich so der Zeitpunkt der Diagnose häufig verzögert. Eine in The Lancet veröffentlichte Studie legte nahe, dass die Entwicklung besserer Diagnosemethoden und eine bessere Versorgung der Patienten ihre Überlebenschancen deutlich verbessern könnten. Wird eine Infektion mit H5N1 innerhalb weniger Tage festgestellt, können antivirale Medikamente eingesetzt und die Prognose entscheidend verbessert werden.

Alan McNally, der leitende Wissenschaftler der aktuellen Studie, geht davon aus, dass sein Verfahren einen entscheidenden Vorteil bringen kann. Für den Test ist nur ein Abstrich mit Speichel aus dem Mund des Patienten erforderlich. Er kann Moleküle, die für H5N1 und andere Stämme des Vogelgrippe-Virus spezifisch sind, erkennen. McNally wies darauf hin, dass vielfach die Auffassung vertreten werde, dass eine der besten Möglichkeiten mit Vogelgrippe umzugehen, Erkennung und Eingrenzung sind. "Die Möglichkeit das Virus sofort zu entdecken und zu identifizieren, spielt eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung einer möglichen Pandemie." Das 2,3 Mio. Pfund teure Projekt wird von der Europäischen Union finanziert. Ziel ist es, eine Version herzustellen, die in einen Koffer passt.

Für die Überlebenschance ist entscheidend, wie früh eine Erkrankung festgestellt und behandelt werden kann. Derzeit wird H5N1 nicht leicht auf Menschen übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Wissenschaftler fürchten seit einiger Zeit, dass ein Virenstamm, möglicherweise H5N1, mutieren und die Artenbarriere überschreiten könnte. Die Folge könnte eine weltweite Pandemie sein. Wird derzeit ein Mensch infiziert, ist die Anzahl der Todesfälle sehr hoch. In Indonesien, einem der am stärksten betroffenen Länder, erkrankten 102 Menschen, die in engem Kontakt mit Geflügel lebten. Vier von fünf Erkrankten starben in der Folge.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ntu.ac.uk
http://www.thelancet.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf
06.12.2016 | Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie