Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

PneumoNP: Neues EU-Forschungsprojekt nimmt Antibiotika-Resistenzen ins Visier

27.06.2014

In dem neuen EU-Projekt PneumoNP suchen Wissenschaftler innovative Lösungen für das Problem der Antibiotika-Resistenzen. Hierbei sollen neue antibiotische Wirkstoffe an inhalierbare Nanomoleküle gekoppelt werden. Das Fraunhofer ITEM engagiert sich in dem Projekt mit seiner Expertise in In-vitro-Studien. Beteiligt sind insgesamt elf Projektpartner aus sechs EU-Ländern.

Ein neues europäisches Forschungsprojekt (PneumoNP) hat zum Ziel, das Problem der Antibiotika-Resis-tenzen bei Atemwegsinfektionen durch Verabreichung inhalierbarer Nano-Arzneimittel zu lösen.


Fraunhofer-Forscher bringen im EU-Projekt PneumoNP ihre Expertise in In-vitro-Studien ein.

Rainer Meier, BFF

Das Projekt mit einer Laufzeit von vier Jahren wird innerhalb des Forschungsrahmenprogramms FP7 von der Europäischen Kommission gefördert und bringt führende Forschungsinstitutionen, Universitäten, klinische Einrichtungen und Unternehmen aus sechs EU-Mitgliedsländern zusammen. Das neue Kooperationsprojekt folgt einem Aufruf der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die kürzlich einen alarmierenden Bericht über die weltweite Gefahr durch Antibiotika-Resistenzen veröffentlichte.

In diesem Projekt soll eine innovative Lösung für das Problem der Antibiotika-Resistenzen entwickelt werden, und zwar durch Kopplung neuer antibiotischer Wirkstoffe mit inhalierbaren Trägermolekülen. Dadurch sollen die antibiotischen Wirkstoffe gezielter gegen die krankheitserregenden Bakterien in den Atemwegen wirken können. 

WHO berichtet über weltweite Gefahr durch Antibiotika-Resistenzen

Vor gerade einmal zwei Monaten deckte die WHO auf, dass die Gefahr weltweiter Antibiotika-Resistenzen keine Vorhersage mehr ist, sondern bereits eine Tatsache, die für sämtliche Regionen der Erde gilt und Menschen jeden Alters betreffen kann. Bei den wesentlichen Ergebnissen aus diesem Bericht geht es um das Bakterium Klebsiella pneumoniae, das einen Hauptverursacher von in Kliniken erworbenen Atemwegsinfekten wie Lungenentzündungen darstellt.

In einigen Ländern ist dieses Bakterium bereits so resistent, dass selbst das Antibiotikum Carbapenem, das derzeit unsere stärkste Waffe gegen antibiotikaresistente Bakterien darstellt, bei mehr als der Hälfte der behandelten Patienten mit einer solchen Infektion nicht anschlägt. In ihrem Bericht wies die WHO ganz besonders auf die Notwendigkeit hin, neue Diagnosemittel, Antibiotika und andere Mittel und Wege zu entwickeln, die es Ärzten und Pflegepersonal ermöglichen, diese besorgniserregende Zunahme von Antibiotika-Resistenzen in den Griff zu bekommen.

Nano-Arzneien zur Behandlung antibiotikaresistenter Lungenentzündungen

In diesem Zusammenhang hat die Europäische Kommission im Rahmen ihres 7. Forschungsrahmenprogramms 15 Projekte zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen ins Leben gerufen, darunter auch das Projekt PneumoNP. Es wurde 2014 begonnen, hat eine Laufzeit von vier Jahren und zielt darauf ab, neue Therapeutika und Diagnostika für bakterielle Atemwegsinfektionen zu entwickeln, wobei der Schwerpunkt auf Infektionen mit Klebsiella pneumoniae liegt.

Innerhalb von PneumoNP soll erstmals ein Medikament entwickelt werden, bei dem nanoskalige Trägersubstanzen mit neuen Antibiotika zur Behandlung solcher Infektionen kombiniert werden. Von dieser neuartigen Kombination erhofft man sich eine höhere Wirksamkeit der Antibiotikaverabreichung. Folgende Ergebnisse soll das Projekt liefern:

• ein neues inhalierbares Arzneimittel auf der Grundlage eines nano-therapeutischen Systems (ein antimikrobielles Peptid oder ein Arzneimittelwirkstoff und eine nanoskalige Trägersubstanz);
• eine neue Aerosoltechnologie, mit der das Zentrum der Infektion direkt erreicht werden kann;
• einen innovativen Wirksamkeitstest zur Therapiekontrolle;
• einen neuen diagnostischen Test, mit dem Antibiotika-Resistenzen von Bakterien, die Atemwegsinfekte verursachen, schneller entdeckt und identifiziert werden können.

Europäische Expertise

Dank der Finanzierung durch die EU ermöglicht PneumoNP die Zusammenführung wissenschaftlicher For-schungskapazitäten mit der medizinischen Fachkompetenz europäischer Unternehmen. Dadurch entsteht eine inter¬disziplinäre Kooperation von elf Teams aus sechs EU-Mitgliedsländern – Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland, Niederlande und Dänemark. Im Rahmen von insgesamt acht Work-Packages hat jeder Partner je nach Expertise eine klar umrissene und doch in das Gesamtprojekt kollaborativ eingebundene Aufgabe. Das Fraunhofer ITEM bringt seine Expertise in Form von In-vitro-Studien ein.

Quellen
WHO-Pressemitteilung vom 30. April 2014 (englisch): WHO’s first global report on antibiotic resistance reveals serious, worldwide threat to public health
http://www.who.int/mediacentre/news/releases/2014/amr-report/en/

Pressekontakt:
Fraunhofer ITEM
Dr. Cathrin Nastevska
cathrin.nastevska(at)item.fraunhofer.de
0511/5350-225

Weitere Informationen:

http://Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.item.fraunhofer.de/de/presse-medien/latest-news/pm_pneumonp.html

Kommunikation | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Innovative Antikörper für die Tumortherapie
20.02.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Nervenschmerzen zukünftig wirksamer behandeln
20.02.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten