Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plötzlichem Herztod vorbeugen: Ultraschall erkennt frühzeitig Schäden am Herzmuskel

30.04.2013
Bei einem von 500 Erwachsenen stellen Ärzte eine Erkrankung des Herzmuskels fest. Bleibt die „Kardiomyopathie“ unerkannt, kann sie tödlich enden. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) weist deshalb darauf hin, wie wichtig eine frühzeitige Diagnose ist. Der Herzultraschall gehört bei der Diagnostik zu den ersten und wichtigsten Untersuchungen, erläutert die DEGUM.
Die Ursachen einer Kardiomyopathie sind vielfältig: Bei einigen Menschen setzen Erbleiden die Leistung des Herzmuskels herab. Andere Patienten haben eine infektiöse Herzmuskelentzündung nicht auskuriert. Auch Hormonstörungen wie Diabetes oder eine Schilddrüsenüberfunktion können das Herz angreifen. Zu den Giften für das Herz gehören Drogen und Medikamente. Und extreme Stressereignisse können eine Takotsubo-Kardiomyopathie auslösen, das „Syndrom des gebrochenen Herzens“.

„Noch viel zu häufig bleiben Kardiomyopathien lange unerkannt“, erklärt Professor Dr. med. Andreas Hagendorff, Leiter der Echokardiografie-Labore am Universitätsklinikum Leipzig. „Die Betroffenen fühlen sich gesund und bleiben anfangs voll leistungsfähig“, so der DEGUM-Experte. Denn das Herz gleicht den Schaden zunächst aus.
Formen der Kardiomyopathie, die infolge einer Zunahme von Muskelmasse entstehen, sind selbst für Ärzte oft kaum vom sogenannten Sportlerherz zu unterscheiden, bei dem der Herzmuskel trainingsbedingt vergrößert ist. In den letzten Jahren ist es immer wieder zu spektakulären Todesfällen unter Fußballern und anderen Sportlern gekommen, die an angeborenen Formen der Kardiomyopathie litten. Unbehandelt sterben viele Patienten einen plötzlichen Herztod, andere werden schon im jungen Alter zu Kandidaten für eine Herztransplantation. „Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, können Medikamente und/oder Schock-Herzschrittmacher (ICD) vielen Patienten helfen“, erklärt Professor Hagendorff.

Die ersten Hinweise auf eine Herzschwäche liefert häufig die Herzstromkurve. „Wenn das EKG einen auffälligen Befund zeigt, untersuchen wir das Herz des Patienten gründlich mittels Ultraschall“, so Hagendorff. „Erst anhand dieser Echokardiografie ist eine eindeutige Diagnose möglich“. Bei der Untersuchung kann der Arzt nicht nur erkennen, inwieweit sich die Herzhöhlen vergrößert haben oder die Muskelmasse zugenommen hat. Er kann damit auch Einschränkungen der Herzbewegung feststellen und somit indirekt Engstellen finden, die Pumpfunktion messen und mithilfe des sogenannten Farbdopplers Ventildefekte an den Herzklappen erkennen. „Die Untersuchung liefert somit wichtige Hinweise für die Ursache der Erkrankung“, erklärt Hagendorff.
Der Vorteil gegenüber anderen bildgebenden Methoden: Die Sonografie ist kostengünstig, für den Patienten unschädlich und daher jederzeit wiederholbar. Damit eignet sie sich zum einen gut für Verlaufskontrollen: Anhand der Untersuchungsergebnisse beurteilt der Arzt, ob eingesetzte Medikamente die gewünschte Wirkung erzielen und plant – wenn nötig – eine Operation. „Zudem könnte die Echokardiografie auch als Screening-Verfahren eingesetzt werden“, meint Professor Hagendorff. „Speziell bei Sportlern wäre es sinnvoll, gezielt danach zu schauen“.

Um die komplexen Bilder und Daten der echokardiografischen Untersuchung richtig beurteilen zu können, ist es entscheidend, dass der Untersucher die Erkrankung gut kennt und über ausreichend Erfahrung verfügt. „Die Untersuchung sollte nur von Ärzten durchgeführt werden, die ausreichend qualifiziert sind und über die geeignete Technik verfügen“, sagt DEGUM-Sprecherin Professor Dr. Annegret Geipel vom Universitätsklinikum Bonn. „Denn die hohe Qualität der Ultraschallbilder ist die Voraussetzung für die richtige Diagnose und Behandlung“. Die DEGUM bildet Ärzte in Kursen weiter und zertifiziert sie nach einem Stufenkonzept. Damit hat sie Standards geschaffen, die auch Patienten die Auswahl eines geeigneten, DEGUM-zertifizierten Arztes ermöglichen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint mehr als 9000 Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten, Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin. Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen 1 bis 3.

Kontakt für Journalisten:
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
Pressestelle
Irina Lorenz-Meyer
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-642 /-552
Fax: 0711 8931-984
lorenz-meyer@medizinkommunikation.org

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.degum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Berner Forschende entdecken Schlaf-Wach-Schaltzentrale im Hirn
11.06.2018 | Universität Bern

nachricht Malaria: Kooperierende Antikörper verbessern Immunreaktion
08.06.2018 | Deutsches Krebsforschungszentrum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

Meteoriteneinschläge und Spektralfarben: HITS bei Explore Science 2018

11.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

EMAG auf der AMB: Hochproduktive Lösungen für die vernetzte Automotive-Produktion

15.06.2018 | Messenachrichten

AchemAsia 2019 in Shanghai

15.06.2018 | Messenachrichten

Dem Fettfinger zu Leibe rücken: Neuer Nanolack soll Antifingerprint-Oberflächen schaffen

15.06.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics