Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pilotprojekt: Psychische Erkrankungen bei Erwerbstätigen schneller erkennen und behandeln

25.03.2013
Bei Depressionen vergeht nach wie vor in vielen Fällen zu viel Zeit bis zur richtigen Diagnose – oft dauert es Jahre.

Die Erkrankung kann aber durchaus chronisch werden und damit auch schwerer behandelbar. Gleichzeitig steigt die Zahl der Erwerbstätigen, die wegen depressiver Erkrankungen arbeitsunfähig werden und häufig sehr lange nicht an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können.

Seit 2011 gibt es ein Pilot-Kooperationsprojekt zur Integrierten Versorgung zwischen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und den Krankenkassen BKK Salzgitter, BKK Publik und der TUI BKK. Ziel ist es, durch eine frühe Diagnostik psychischer Störungen schneller behandeln zu können, eine Chronifizierung zu verhindern und damit beispielsweise lange Arbeitsausfälle oder Frühverrentungen zu reduzieren. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat sich im Gespräch mit den Experten der Institutsambulanz über die Behandlungsmöglichkeiten und vor allem über die Möglichkeiten der Prävention informiert.

„Nicht zuletzt der Fall Robert Enke hat gezeigt: Psychische Erkrankungen haben meistens eine lange Vorgeschichte. Wenn wir die Krankheiten früh erkennen und behandeln, können wir nicht nur viel persönliches Unglück verhindern. Ansteigende Krankheitszahlen und Frühverrentungen bedeuten auch einen enormen Schaden für die Volkswirtschaft. Deswegen ist das Pilotprojekt der MHH von bundesweitem Interesse und ich bin sehr gespannt auf die ersten Erkenntnisse. Die Ergebnisse der Spitzenforschung aus Hannover werde ich in die Demografiestrategie der Bundesregierung einbringen“, betonte die Ministerin.

„Beim überwiegenden Teil der Patienten wurde nach einer langen Krankheitsodyssee erstmals eine ausführliche psychiatrische Diagnostik durchgeführt. Dies ist die Voraussetzung für die Einleitung einer Psychotherapie oder medikamentösen Therapie entsprechend den Leitlinien unseres Fachgebiets“, sagte Professor Dr. Kai Kahl. „Erste Ergebnisse des Projekts belegen dessen Wirksamkeit: Mehr als 80 Prozent der Patienten sind mittlerweile wieder erwerbstätig.“

Das Kooperationsprojekt bietet drei verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die von den Betroffenen schnell und unbürokratisch in Anspruch genommen werden können. Die ambulante Psychotherapie umfasst eine Kurzzeittherapie von 25 Stunden. Die Psychologen der Institutsambulanz geben dort in Einzelgesprächen unter anderem „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Die ambulante ärztliche Behandlung besteht aus regelmäßigen Terminen nach individuellem Bedarf einschließlich einer – wenn nötig – medikamentösen Behandlung. Die dritte Möglichkeit ist eine stationäre Aufnahme, dabei ist eine intensivierte Behandlung im Umfang von zwei Wochen vorgesehen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Kai G. Kahl unter Telefon (0511) 532-2495

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Ein neuer Ansatz bei Hyperinsulinismus
18.09.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie