Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pillen per Klick im Überblick - Der virtuelle Arzneimittelschrank kommt!

04.09.2013
Im Rahmen des Innovationsprojektes eSecMed forscht der Industriepartner Infineon Technologies Austria gemeinsam mit den beiden Grazer K1-Kompetenzzentren RCPE (Research Center Pharmaceutical Engineering) und evolaris next level an einem virtuellen Arzneimittelschrank. Mit diesem sollen Risikofaktoren in der Medikamentenverabreichung verringert und der zunehmenden Anzahl an Medikamentenfälschern das Handwerk gelegt werden.

In der Blütezeit von Smartphones sind Apps (mobile Anwendungen) allgegenwärtig. Sie erleichtern uns den Alltag, verkürzen Wartezeiten und unterstützen uns oft im täglichen Leben. Ein Trend, der auch in der Pharmabranche nicht unbemerkt bleibt, und den man sich nun für eine transparente und sichere Medikamentenverabreichung zu Nutze machen will.

Innerhalb des Projektes eSecMed entwickeln die drei Partner Infineon, evolaris und RCPE, eine innovative mobile App, die darauf abzielt PatientInnen ein sichereres und autonomeres Leben zu Hause zu ermöglichen. Mit der benutzerfreundlichen und seniorentauglichen Technologie werden bspw. Informationen über Medikamente zur Verfügung gestellt, um so die Akzeptanz und Therapietreue bei PatientInnen zu steigern.

Eine weitere Anwendung ist die Möglichkeit, die Echtheit des Medikamentes zu prüfen, da mittels eines intelligenten, kontaktlos auslesbaren Chips der Weg des Medikamentes von der Lieferung bis hin zur Produktion zurückverfolgt werden kann. Zu guter Letzt werden durch die Entwicklung des virtuellen Arzneimittelschrankes auch unerwünschte Nebenwirkungen und schädliche Wechselwirkungen minimiert, indem dieser die Einnahme der verschiedenen Medikamente entsprechend der ärztlichen Verordnung koordiniert.

„Letztlich geht es auch darum Therapiepläne transparenter zu machen und Wechselwirkungen von Medikamenten aufzuzeigen. Mit dem Projekt eSecMed haben wir einen Ansatz gefunden den Patienten und Patientinnen ein sichereres und autonomeres Leben zu ermöglichen.“, so die beiden Geschäftsführer des RCPE Thomas Klein und Johannes Khinast über den direkten Kundennutzen des Projektes. „Toll ist auch, dass alle hinter dem Projekt stehen.

Wir freuen uns, dass wir mit Infineon und RCPE zwei starke Partner gewinnen konnten, deren Kompetenzen sich mit unseren in perfekter Weise ergänzen. Wenn wir die bisherige Zusammenarbeit betrachten, ist unser Ziel in zwei Jahren mit der App auf den Markt zu gehen durchaus realistisch“ freut sich Gert Breitfuß, Projektmanager bei evolaris, über den bisherigen Projektverlauf.

Hintergrund:

Gerade ältere Menschen unterliegen bei der Einnahme von Medikamenten vielen Risikofaktoren. Zum einen sind sie durch die Einnahme mehrerer Medikamente einer Vielzahl von schädlichen Neben- und Wechselwirkungen ausgesetzt, zum anderen fehlt oft die Bereitschaft, sich an von ÄrztInnen empfohlene Therapiepläne zu halten. SeniorInnen ab 70 nehmen täglich durchschnittlich 6 verschiedene Medikamente ein. Dabei ist bedenklich, dass 35% der gesundheitlichen Probleme von älteren Menschen von unerwünschten Neben- und schädlichen Wechselwirkungen von Medikamenten verursacht werden. So sind nur zwei Drittel der Beschwerden auf die tatsächliche Krankheit zurückzuführen.

Doch nicht nur die gleichzeitige Anwendung verschiedener Medikamente, auch die geringe Bereitschaft, empfohlenen Therapieplänen zu folgen, birgt Risiken in sich. So halten sich derzeit nur 50% der PatientInnen an die verschriebenen Therapiepläne, was zum einen den Gesundheitszustand von SeniorInnen negativ beeinflusst und zum anderen Kosten in Milliardenhöhe verursacht. Da die Generation 60plus mehr als die Hälfte aller verschriebenen Medikamente in unserer Gesellschaft konsumiert, steigt die Bedeutung dieser Problematik in Folge des demographischen Wandels rapide an. Ein weiterer Trend, der die Sicherheit der Medikamentenverabreichung massiv beeinflusst, ist der Handel von Medikamenten über das Internet. Durch das Wachstum von E-Commerce steigt die Menge der sich im Umlauf befindlichen gefälschten Arzneimitteln drastisch an. Gerade bei dubiosen Internetseiten geht man von einer Fälschung von über 50% der angebotenen Medikamente aus.

Weitere Informationen:

http://www.rcpe.at/de/News_Services/Pressetexte.php
- Alle Pressemitteilungen des Komptenzzentrums im Überblick

Claudia Hudin | idw
Weitere Informationen:
http://www.rcpe.at/de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie