Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Patientenforum zu Prostatakrebs auf dem 62. Urologen-Kongress in Düsseldorf

06.09.2010
Die häufigste Krebserkrankung, mit der Deutschlands Männer konfrontiert sind, ist das Prostatakarzinom. Jährlich diagnostizieren Urologen rund 60.000 neue Fälle. „Zugleich sind bei kaum einer anderen Tumorerkrankung die Möglichkeiten der Behandlung so vielfältig wie beim Prostatakarzinom“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Weidner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und des 62. Jahreskongresses der DGU vom 22. bis 25. September 2010 in Düsseldorf.

Angesichts der Fülle verfügbarer Informationen sei es für Patienten, die in alle Therapieentscheidungen einbezogen werden müssten, zunehmend schwieriger, einen Überblick zu behalten. Das Laienforum am Donnerstag, den 23. September 2010, ab 19.00 Uhr im Congress Center Düsseldorf, soll den Betroffenen Orientierungshilfe geben.

„Das Forum wird erstmals gemeinsam mit dem Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) veranstaltet“, so der Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie des Universitätsklinikums Gießen, Prof. Weidner. Die Besucher hören zwei Kurzvorträge und haben Gelegenheit, mit fünf anerkannten Experten über neueste Entwicklungen in Diagnose und Behandlung des Prostatakarzinoms sowie über verschiedene Therapieoptionen und -entscheidungen zu diskutieren. Darunter auch Prof. Dr. Axel Heidenreich, Direktor der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Aachen und Vorsitzender der Leitlinienkommission Prostatakarzinom der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU).

Welche Therapie ist in welchem Stadium der Erkrankung die richtige, so lautet wohl die wichtigste Frage für die betroffenen Patienten. Ist der Tumor lokal begrenzt, gehe es häufiger um die Entscheidung, ob Operation oder Bestrahlung angeraten sei, so Forums-Organisator und Moderator Prof. Dr. Claus Fischer. Zu dieser „Frühen Therapieentscheidung“ wird Prof. Dr. Bernd Schmitz-Dräger aus Fürth referieren. Beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom, oft nach bereits erfolgter Operation, stelle sich eher die Frage, welche Medikamente eingesetzt werden könnten und ob zusätzlich bestrahlt werden müsse. Zu diesen „Späten Therapieentscheidungen“ spricht Prof. Dr. Johannes Maria Wolff aus Viersen.

Fragestellungen zur Diagnostik wird Prof. Fischer ebenfalls thematisieren: Dabei geht es in verständlichen Worten zum Beispiel um die Wertigkeit eines Tumormarkers im Urin (PCA3-Score), um die kernspintomografisch gesteuerte Entnahme von Gewebeproben oder um bildgebende nuklearmedizinische Verfahren (Positronen-Emissions-Tomographie/PET).

Im Mittelpunkt des Patientenforums sieht Prof. Fischer jedoch die vielfältigen Therapieansätze und ihre Bedeutung. Zum Beispiel die minimal-invasive roboterassistierte Operationstechnik mit dem DaVinci-System, neue chemotherapeutische Substanzen oder die Strategie des „aktiven Zuwartens“ (active surveillance) bei Prostatakrebs. Dabei wird der Patient engmaschig überwacht und eine eingreifende Therapie, abhängig vom Stadium der Erkrankung und der Aggressivität des Tumors hinausgezögert. Besonders für ältere Patienten könne dies eine Alternative sein, so der Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Klinikums Bayreuth. Ebenfalls thematisiert werden die möglichen Folgen von Therapieentscheidungen, körperliche ebenso wie psychische.

Günter Feick, Vorsitzender des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V., setzt große Erwartungen in das Patientenforum des DGU-Kongresses, das er mitmoderiert: „Patienten benötigen gute Fachinformationen vor ihrer Entscheidung für eine Therapie. Eine gleichzeitige Anwesenheit von fünf renommierten Medizinern ist das Besondere für Patienten und ihre Nächsten. Damit werden alle Stadien und Therapien der Erkrankung Prostatakrebs mit höchster Professionalität und Qualität abgedeckt. Informationen über die aktuellen, evidenzbasierten Therapien und die Beantwortung der Fragen von Zuhörern werden Aufklärung in laienverständlicher Form geben.“

Das öffentliche Forum „Patienten mit Prostatakrebs wählen ihren Weg: Welche Therapie ist die richtige?“ findet am 23. September 2010 in Saal X des Congress Centers Düsseldorf von 19.30 bis 21.00 Uhr (19 Uhr Einlass) statt. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Voranmeldung möglich.

Weitere Informationen:
DGU-Kongress-Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers
Sabine Martina Glimm
Stremelkamp 17 21149 Hamburg
Tel: 040 - 79 14 05 60
Fax: 040 - 79 14 00 27
Mobil: 0170 - 48 27 28 7
E-Mail: redaktion@bettina-wahlers.de

Bettina-Cathrin Wahlers | idw
Weitere Informationen:
http://www.otseinladung.de/event/2b25081e7a
http://www.dgu-kongress.de
http://www.urologenportal.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte