Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Partydroge Ketamin beeinträchtigt Gedächtnis

17.11.2009
Beliebtheit bei jungen Menschen steigt

Die häufige Einnahme von Ketaminen, einer Droge, die bei Clubbesuchern beliebt ist, steht mit Gedächtnisproblemen in Zusammenhang. Ein Team des University College London hat bei 120 Personen eine Reihe von Gedächtnis- und psychologischen Tests durchgeführt.

Häufige Konsumenten schnitten beim Erinnern von Namen, Gesprächen und Mustern schlecht ab. Frühere Studien waren laut BBC-Bericht davon ausgegangen, dass die Droge eine Schädigung von Niere und Blase verursachen kann. Details der Studie wurden in dem Fachmagazin Addiction veröffentlicht.

Aufputschmittel

Ketamin wirkt als Aufputschmittel und führt zu Halluzinationen. Es wird vor allem als Alternative zu Ecstasy bei Clubbesuchern immer beliebter. Ein Grund ist auch, dass der Preis in den vergangenen Jahren gefallen ist. Ein Gramm kostet derzeit in Großbritannien rund 20 Pfund und damit die Hälfte von Kokain. Das Medikament wurde vor drei Jahren illegal. Derzeit gilt es als Klasse C. Trotzdem ist der Einsatz als Anästhetikum und Tranquilizer für Pferde noch erlaubt.

Für die aktuelle Studie wurden die Teilnehmer in fünf Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe nahm die Droge jeden Tag, eine andere ein oder zwei Mal im Monat. Weiters gab es die Gruppe früherer Konsumenten, Personen, die andere Drogen konsumierten und jene, die keine Drogen nahmen. Alle nahmen an einer Reihe von Gedächtnistests teil und wurden nach einem Jahr erneut untersucht.

Das Team um Celia Morgan wies nach, dass jene, die Ketamin häufig konsumierten, bei den Tests deutlich schlechter abschnitten. Sie machten doppelt so viele Fehler. Es zeigte sich auch, dass sich die Performance im Verlauf eines Jahres verschlechterte. Bei den anderen Gruppen konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden.

Wahnvorstellungen und Verschwörungstheorien

Alle, die die Droge konsumierten, hatten ungewöhnliche Überzeugungen oder leichte Wahnvorstellungen. Dazu gehörten laut den Fragebogen zum Beispiel Verschwörungstheorien. Die Studie erhebt auch hinsichtlich der Suchtgefahr Bedenken. Haarproben der unregelmäßigen Konsumenten ergaben, dass sich die Menge innerhalb eines Jahres verdoppelt hatte. Morgan betonte, dass in Großbritannien der Zuwachs beim Konsum von Ketamin größer ist als bei jeder anderen Droge. Betroffen seien vor allem junge Menschen. Mittlerweile sei es die Droge der Partybesucher.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucl.ac.uk
http://www.addictionjournal.org

Weitere Berichte zu: Droge Ecstasy Gedächtnis Ketamin Konsument Partydroge Verschwörungstheorien

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten