Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Parkinson: Stammzellen heilen Schäden im Gehirn

07.11.2014

Erste Versuche bei Ratten erfolgreich - Klinische Studien ab 2017 geplant

Stammzellen lassen sich künftig einsetzen, um von Parkinson verursachte Schädigungen im Gehirn zu heilen, wie Wissenschaftler der Lund University http://lunduniversity.lu.se  herausgefunden haben. Für das Team um die Neurobiologin Malin Parmar sind diese Ergebnisse bei Ratten ein entscheidender Durchbruch auf der Suche nach wirksamen Behandlungsmöglichkeiten.


Gehirn-Scans: Heilung von Schädigungen als Ziel

(Foto: pixelio.de, Rike)

Direktinjektion in das Gehirn

Laut der Hilfsorganisation Parkinson's UK http://parkinsons.org.uk  sind vor klinischen Studien mit Menschen allerdings noch viele offene Fragen zu klären. Derzeit gibt es für Parkinson keine Heilungsmöglichkeit. Medikamente und Verfahren wie die Stimulation des Gehirns können nur die Symptome lindern. Parkinson wird durch den Verlust von Nervenzellen verursacht, die im Gehirn Dopamin herstellen.

Für die Studie simulierten die Forscher die Krankheit, indem sie bei Ratten auf einer Seite des Gehirns diese Nervenzellen abtöteten. In einem nächsten Schritt wandelten sie embryonale Stammzellen von Menschen in Neuronen um, die Dopamin produzierten. Diese Zellen wurden in die Gehirne der Ratten injiziert. Schädigungen des Gehirns konnten in der Folge rückgängig gemacht werden.

Meilenstein für klinische Studien

Bis jetzt gibt es keine klinischen Studien mit Neuronen aus Stammzellen. Erste Tests könnten jedoch bereits ab 2017 durchgeführt werden. Für Parmar sind die Ergebnisse ein großer Durchbruch und ein Meilenstein in Richtung klinischer Studien.

Ein ähnliches Verfahren wurde bereits an einer kleinen Gruppe von Patienten getestet. Dabei wurde das Gehirngewebe von abgetriebenen Föten eingesetzt, um das Gehirn zu heilen.

Die klinischen Tests wurden nach widersprüchlichen Ergebnissen jedoch beendet. Rund ein Drittel der Patienten verfügte jedoch über Zellen der Föten, die noch lange Zeit aktiv waren, heißt es in einem BBC-Bericht.

Der Einsatz embryonaler Stammzellen dürfte jedoch weniger problematisch sein, da die große Anzahl der für die Transplantation notwendigen Zellen im Labor hergestellt werden kann.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie