Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Option auf neue Therapien bei Hepatitis C-Virusinfektion

20.11.2012
13. Deutscher Lebertag am 20.11.2012
Neue Substanzen mit weniger Nebenwirkungen in der Erforschung

Neue noch laufende Studien machen allen Hepatitis C-Virus-Infizierten Hoffnung auf Heilung und eine Therapie ohne oder mit wesentlich weniger Nebenwirkungen als bisher. Lagen die Heilungschancen bisher bei der Hepatitis C-Virus-Infektion bei etwa 70 Prozent, so könnten mit den neuen Substanzen Heilungschancen bis zu 90 Prozent erreicht werden. „Bisher gab es oft auch ausgeprägte Nebenwirkungen während der antiviralen Therapie.

Über viele Monate hatten die Betroffenen grippeähnliche Symptome und manche litten auch unter Depressionen und Ängsten. Ebenso traten Blutarmut und Blutbildveränderungen auf. Viele Patienten sind dann während der Therapie nicht mehr arbeitsfähig“, sagt Prof. Dr. Claus Niederau, Vorstand Deutsche Lebehilfe e.V. Auch Autoimmunerkrankungen seien zum Teil Begleiterscheinungen bei der bisherigen Hepatitis C-Therapie. Hervorgerufen werden diese Nebenwirkungen meist durch die Substanz Interferon. Es gibt die Hoffnung, dass das Interferon bei den neuen Therapieformen nur noch kurzfristig eingesetzt werden muss oder dass man bei manchen Patientengruppen ganz auf das Interferon verzichten kann.
Mit den neuen Substanzen wird die Hepatitis bei vielen Patienten dann mit einer 16- bis 24-wöchigen Therapie heilbar sein. Bisher mussten die Patienten die antiviralen Medikamente mit den starken Nebenwirkungen über bis zu 72 Wochen nehmen, so dass auch Krankenhausaufenthalte und Bluttransfusionen nötig waren. Der Deutsche Lebertag, der am 20. November 2012 bundesweit stattfindet, macht in diesem Jahr unter dem Motto „Welchen Wert hat Ihre Leber?“ auf Lebererkrankungen aufmerksam. Veranstalter sind die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe und die Gastro-Liga. Informationen auch unter www.lebertag.org

In Deutschland sind nach Expertenmeinung mehr als 500.000 Menschen mit dem Hepatitis C-Virus infiziert. Hoffnung geben die neuen Medikamente besonders für Patienten mit Leberzirrhose, da viele von ihnen wegen der Nebenwirkungen der bisherigen Therapie gar nicht behandelt werden konnten. „Je kränker ein Patient ist, umso weniger können wir ihn mit den herkömmlichen Therapien behandeln, da die Nebenwirkungen nicht mehr zumutbar und die Erfolgschancen gering waren“, sagt Prof. Niederau. Das würde sich mit den neuen Substanzen ändern und die Therapie wäre erfolgreicher und leichter durchführbar. Einige der neuen Studien werden schon im kommenden Jahr abgeschlossen sein.
Hepatitis-B

Auch für bei der Therapie der Hepatitis B gibt es gute Nachrichten. Es liegen inzwischen Langzeitdaten für die Behandlung dieser Infektion vor. Die eingesetzten Substanzen haben sich als sehr sicher und effektiv erwiesen. In Studien konnte gezeigt werden, dass sowohl Leberfibrose wie auch Leberzirrhose unter dieser Therapie zurückgehen können. Die jetzigen Hepatitis B-Medikamente können die Virusvermehrung bei fast allen Patienten „auf Null“ reduzieren; leider muss man sie aber über viele Jahre einnehmen, da es nach dem Absetzen meist zum Wiederaufflackern der Hepatitis-B kommt. Die Forschung sucht zur Zeit nach Substanzen, die den Virus soweit unterdrücken, dass das eigene Immunsystem den Restvirus auch nach dem Absetzen der Medikamente in Schach hält.

Deutsche Leberhilfe e.V.
Prof. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender
Achim Kautz, Geschäftsführer
Krieler Straße 100, 50935 Köln
info@leberhilfe.org

Rita Wilp | idw
Weitere Informationen:
http://www.leberhilfe.org
http://www.lebertag.org/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten