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Optimierte Krebstherapie durch Einsatz modernster Informationstechnologie

15.04.2009
EU-Projekt: ACGT (Advancing Clinico-Genomic Trials) Nierentumor bei Kindern u. weitere Krebserkrankungen im Focus der Wissenschaft

20. - 24. April 2009: EU-Projekt ACGT wird durch die Europäische Kommission in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums des Saarlandes begutachtet

In der Woche vom 20.04.2009 - 24.04.2009 findet die 5. Begutachtung des seit 2006 geförderten Projekts ACGT unter Vorsitz von Ragnar Bergström, dem Project Officer aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie der EU, in der Klinik für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie in Homburg statt. Gastgeber ist Univ. - Prof. Dr. Norbert Graf.

Teilnehmen werden Wissenschaftler aus ganz Europa und Japan. Schwerpunkt dieser Begutachtung ist die Demonstration entwickelter Werkzeuge (Tools) unter Benutzung realer klinischer, bildgebender und molekulargenetischer Daten. Daneben werden Fragen der Nachhaltigkeit und zukünftiger Entwicklungen Gegenstand des Reviews sein. Am 24. April 2009 werden auch der Präsident der Universität des Saarlandes Univ.-Prof. Dr. Volker Linneweber, der Dekan der Medizinischen Fakultät, Univ.-Prof. Dr. Michael Menger und Vertreter des Ministeriums für Wirtschaft und Wissenschaft des Saarlandes teilnehmen.

ACGT (Advancing clinico-genomic trials on cancer) ist ein von der EU finanziertes integriertes Projekt an dem die Universität des Saarlandes mit 24 Partnern aus Europa und Japan beteiligt ist. Die Klinik für Kinderonkologie und Hämatologie in Homburg ist in diesem Verbundprojekt der wichtigste klinische Partner als Behandlungszentrum für den häufigsten kindlichen Nierentumor. Daneben nimmt das Institut für formale Ontologie und Medizinische Informationswissenschaft (IFOMIS) der Universität des Saarlandes an diesem Projekt teil.

Univ.- Prof. Dr. Norbert Graf, Direktor der Klinik für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie in Homburg, ist in diesem europäischen Projekt Leiter des Aufgabenbereichs zur Spezifizierung der Anforderungen von Ärzten sowie Molekularbiologen innerhalb klinischer Studien zu Krebserkrankungen und gleichzeitig Qualitätsbeauftragter.

Mittels modernster Informationstechnologie wird eine Plattform geschaffen, um alle Krankheitsdaten eines Patienten mit den molekulargenetischen Daten seines Tumors und weiterer Forschungsdaten zu dem speziellen Tumor unmittelbar zu verzahnen und auszuwerten. Hierdurch wird ein enormer Kenntnisgewinn erwartet, der ohne Informationstechnologien nicht möglich ist. Die von den Computerwissenschaftlern entwickelten Tools und Softwarepakete müssen dabei die immensen Datenmengen aus unterschiedlichen Datenquellen beherrschen und analysieren können. Hierzu werden modernste Technologien eingesetzt, wie u. a. Grid-Computing (verteiltes Rechnen über ein Cluster lose verbundener Computer). All diese Technologien sollen die Durchführung klinisch-genomischer Studien zukünftig fördern und erleichtern. Interessante Projekte sind die Entwicklung eines Ontologie basierten Datenmanagement Programms (ObTiMA) oder die Simulation von Tumorwachstum und Ansprechen der Therapie im Computer.

Der Wilms Tumor (häufigster kindlicher Nierentumor) ist neben dem Brustkrebs im ACGT eine der beiden Tumorerkrankungen, die in diesem Projekt beispielhaft die Bedeutung der Verzahnung von klinischer, molekulargenetischer Forschung und Informationstechnologie aufzeigen sollen. Das Projekt hat zum Ziel mehr Patienten mit Tumorerkrankungen in klinischen Studien mit molekulargenetischen Fragestellungen und Therapiekonzepten zu behandeln. Hierdurch soll eine immer besser auf die Risikofaktoren des einzelnen Patienten abgestimmte Therapie ermöglicht werden, um so zu einer "personalisierten Medizin" zu gelangen.

Erreicht wird dies innerhalb des Projektes in effektiver Zusammenarbeit zwischen Klinikern, Molekularbiologen, Informationstechnologen, Juristen und Ethikern, um auch Fragen des Datenschutzes, der Datensicherheit sowie ethische Prinzipien und Normen zu berücksichtigen.

Die Projektpartner von ACGT arbeiten eng mit anderen Institutionen der Krebsforschung zusammen, wie der EORTC (European Organization for Research and Treatment of Cancer) in Brüssel und caBIG (Cancer Biomedical Informatics Grid), dem nordamerikanischen Pendant zu ACGT.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Norbert Graf
Direktor der Klinik für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie
Universitätsklinikum des Saarlandes
Gebäude 9
66421 Homburg
Tel.: 06841/16-28397
E-Mail: graf@uks.eu

Roger Motsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.eu-acgt.org

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