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neuroRAD 2010: Erkrankte Blutgefäße können Tinnitus verursachen

08.09.2010
neuroRAD – 45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie
7. bis 9. Oktober 2010, Gürzenich Köln, Martinstraße 29-37, 50667 Köln

Rauschen im Ohr: Erkrankte Blutgefäße können Tinnitus verursachen Neuroradiologen helfen Betroffenen mit Katheterbehandlung

Etwa zehn Prozent der Bevölkerung leiden über einen längeren Zeitraum an einem Tinnitus. Tritt das quälende Ohrgeräusch zusammen mit dem Herzschlag als sogenannter pulssynchroner Tinnitus auf, sind oft Erkrankungen der Blutgefäße die Ursache.

Welche Erkrankungen dies sein können und wie sie sich mithilfe bildgebender Verfahren erkennen und behandeln lassen, ist ein Schwerpunktthema von neuroRAD 2010. Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) findet vom 7. bis zum 9. Oktober 2010 in Köln statt.

Pulssynchrone Ohrgeräusche entstehen nicht im Ohr selbst. „Es handelt sich um ein fortgeleitetes Geräusch aus den Blutgefäßen”, berichtet Professor Dr. med. Erich Hofmann, Tagungspräsident von neuroRAD 2010 und Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am Klinikum Fulda. „Das Geräusch ist echt. Oft kann es auch der Arzt hören, wenn er sein Stethoskop am Hals oder hinter dem Ohr auflegt”, so Hofmann.

Die Ursachen für pulssynchrone Ohrgeräusche sind vielfältig. So liegt bei einigen Patienten zum Beispiel eine Arteriosklerose, eine Verkalkung der Gefäße, vor. Das Geräusch entsteht dann durch eine Engstelle in der Halsschlagader. Eine Gefäßstütze, auch Stent genannt, kann hier helfen. Bei anderen Patienten verursacht eine krankhafte Verbindung zwischen der Halsschlagader und der daneben verlaufenden Vene die Ohrgeräusche. „Die Behandlung der Patienten erfolgt mithilfe eines Katheters. Über diesen können wir die betroffenen Gefäße so verkleben, dass der Kurzschluss zwischen Arterie und Vene beseitigt wird“, sagt Hofmann.

Auch bestimmte Tumoren können einen pulssynchronen Tinnitus auslösen. In Ohrnähe treten sogenannte Glomustumoren auf. Sie sind reich an Blutgefäßen, in denen das Geräusch entsteht. „Die Tumoren werden zunächst mit einem Katheter verödet. Die geschrumpften Reste lassen sich danach mikroskopisch entfernen”, erläutert Hofmann. Die erfolgreiche Behandlung beseitigt dann auch die Ohrgeräusche.

Nicht allen Betroffenen können die Neuroradiologen helfen. Manchmal entstehen pulssynchrone Ohrgeräusche, weil die Halsschlagader von Geburt an durch das Mittelohr verläuft. Auch andere anatomische Abweichungen an Venen und Blutleitern können ein solches Ohrgeräusch verursachen. „Die oftmals stark verunsicherten Patienten sind dann sehr erleichtert, wenn sie erfahren, dass nur eine harmlose Anomalie hinter ihren Beschwerden steckt“, so Hofmann.

Welche Ursache pulssynchrone Ohrgeräusche haben und wie sich diese therapieren lassen, diskutieren Fachärzte und Wissenschaftler im Rahmen von neuroRAD, der 45. Jahrestagung der DGNR. „Beim pulssynchronen Tinnitus ist eine enge Zusammenarbeit mit den Hals-Nasen-Ohren-Ärzten ganz besonders wichtig. Denn an diese wenden sich die Patienten meistens zuerst“, erklärt der Tagungspräsident von neuroRAD 2010. Die Diagnose kann häufig mithilfe einer Computer- oder Magnetresonanztomographie gestellt werden. Die Behandlung erfolgt dann in einem neuroradiologischen Zentrum.

Umfassende Kongressinformationen sowie Fortbildungsbeiträge und Expertenpodcasts zu den Themen der 45. DGNR-Jahrestagung sind unter www.neurorad.de abrufbar.

Terminhinweise:

Kongress-Pressekonferenz
Donnerstag, 7. Oktober 2010, 11.45 bis 12.45 Uhr
Gürzenich Köln, Konferenzraum 3, Martinstraße 29-37, 50667 Köln
Kongress-Sitzung: „Pulssynchroner Tinnitus – vom Bulbushochstand bis zur Durafistel“
Samstag, 9. Oktober 2010, 15.15 bis 15.45 Uhr
Gürzenich Köln, Konferenzraum 3, Martinstraße 29-37, 50667 Köln
Kontakt für Journalisten:
Pressestelle neuroRAD
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR)
Silke Stark
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-572
Fax: 0711 8931-167
stark@medizinkommunikation.org

Silke Stark | idw
Weitere Informationen:
http://www.neurorad.de

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