Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neueste Forschung zu Krebsstammzellen

01.03.2013
Wittener Wissenschaftler: "Die Krebsstammzelle als therapeutische Zielzelle wird die Tumortherapie revolutionieren"

Prof. Dr. Thomas Dittmar und Prof. Dr. Kurt S. Zänker vom Institut für Immunologie der Universität Witten/Herdecke (UW/H) haben ein neues Fachbuch zur Rolle der Krebsstammzellen in der Biologie, der Diagnostik und Therapie veröffentlicht. Seit 2008 ist dies bereits das dritte Buch zum Thema Stammzellforschung, dass die Wittener Forscher bei international renommierten Verlagen editiert haben.

Die neueste Publikation "Role of Cancer Stem Cells in Cancer Biology and Therapy" ist bei CRC Press (Boca Raton, USA) erschienen und fasst in den einzelnen Kapiteln, geschrieben von anerkannten Wissenschaftlern aus forschungsstarken Instituten, die Rolle von Krebsstammzellen auf dem neuesten Stand der Erkenntnis zusammen, so zum Beispiel für Therapieoptionen für eine Rezidiv- oder Metastasenbildung.

"Die Tumortherapie hat sich in der vergangenen Dekade, nicht zuletzt wegen der vielen klinisch relevanten Ergebnisse aus der Grundlagen- und translationalen Forschung, erheblich verfeinert und das molekularbiologische Wissen um die einzelnen Tumorarten in ein individualisiertes Therapieschema eingebaut", sagt Prof. Zänker. "Trotz alledem bleibt immer noch die berechtigte Kritik, dass eine wirklich personalisierte Tumortherapie nur in wenigen Fällen erfolgreich möglich ist. Einige Therapien können hingegen heute schon ausgeschlossen werden, da sie mit großer Wahrscheinlichkeit keinen klinischen Nutzen haben und den Patienten nur Leid und Lebensqualitäteinschränkungen verursachen würden." Trotzdem sieht Zänker auch große Fortschritte auf dem Gebiet: "Die personalisierte Tumortherapie ist noch nicht Wirklichkeit, aber sie ist auch kein ferner Traum mehr. In den vergangenen Jahren ist hier Raum für eine berechtigte Hoffnung geschaffen worden. Wir glauben, dass die Krebsstammzelle als therapeutische Zielzelle die Tumortherapie in den kommenden Jahren revolutionieren wird."

Das Buch beleuchtet deshalb vor allem die differenzierte Notwendigkeit, wie und mit welchen Möglichkeiten Tumorstammzellen eliminiert werden können, damit die Rezidivhäufigkeit und die Wahrscheinlichkeit einer Metastasierung vermindert werden. So spricht das Buch vor allem auch die Thematik an, wie Chemo- und / oder Strahlentherapie mit anfänglich klinisch therapeutischen Erfolgen auch eine Selektion von Tumor-(Stamm)zellen bewirken können und so einen hochmalignen Zelltypus schaffen, der in der Folge nur noch schwer mit herkömmlichen Therapieoptionen zu beherrschen ist. In diesem Zusammenhang haben die Wittener Forscher ihr Augenmerk auf "neue Zellentitäten" gelegt, die sich aus einer Fusion zwischen Tumor-(Stamm)Zellen und anderen, normalen Zellen wie Makrophagen oder Tumorstromazellen ergeben können. "Dabei geht es hauptsächlich um die Fragen: Was ist deren biologische Rolle und können sie ein therapeutisches Target sein?", so Prof. Dittmar.

Das Buch gibt eine kompetente und orientierende Übersicht für experimentelle und klinische Onkologen, für Biologen, Pharmakologen und Entwicklungsbiologen, wie die Rolle von Tumorstammzellen derzeit in den anerkannten Modellen zu verstehen ist. Diese Modellvorstellungen sind sicher eine Grundlage, neuartige Therapiemodalitäten zu erforschen, damit Tumorstammzellen als Quelle von Rezidiven und Metastasen erfolgreich ausgeschaltet werden können.

Über die Möglichkeit, das dritte Buch zum Thema in Serie für international renommierte Verlage editieren zu dürfen, zeigten sich die beiden Wittener Forscher erfreut. "Uns freut besonders, dass der Verlag mit dieser Idee auf uns zugekommen ist. Dies zeigt nicht nur die Wichtigkeit der Stammzellforschung für die Krebstherapie, sondern auch, dass unsere Arbeit auf dem Gebiet und die UW/H auf nationaler und internationaler Ebene wahrgenommen werden."

Dittmar, Thomas; Zänker, Kurt S.: Role of Cancer Stem Cells in Cancer Biology and Therapy CRC Press. 332 Seiten ISBN 9781466577350

Fotos von Prof. Dittmar und Prof. Zänker sowie das Buchcover zum Herunterladen finden Sie auf der Seite: www.uni-wh.de/universitaet/presse/presse-details/artikel/neueste-forschung-zu-krebsstammzellen/

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Thomas Dittmar: 02302 / 926-165, thomas.dittmar@uni-wh.de
Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.500 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Private Universität Witten/Herdecke gGmbH
Alfred-Herrhausen-Straße 50 D - 58448 Witten

Jan Vestweber | Universität Witten/Herdecke
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Forscher entschlüsseln einen Mechanismus bei schweren Hautinfektionen
24.01.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie