Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Zyklotron für die medizinische Forschung

15.02.2013
Cyrcé (Zyklotron für Forschung und Lehre), der neue Teilchenbeschleuniger des interdisziplinären Hubert Curien Instituts (IPHC) der Universität Straßburg, ist jetzt betriebsbereit.

Vor Kurzem wurde mit ihm die erste Serie Fluor 18 hergestellt, ein Radioisotop, das häufig als Marker in der Nuklearmedizin verwendet wird. Cyrcé ist eine in Europa einzigartige Anlage für die akademische Forschung.

Mit Hilfe dieses Teilchenbeschleunigers sollen insbesondere neue Radioelemente bestimmt werden, um Fortschritte in der Diagnostik, der medikamentösen Behandlung und bei der Entwicklung neuer Heilverfahren, insbesondere in der Onkologie und der Neurologie, zu erzielen.

Die meisten Zyklotronen der Kategorie von Cyrcé dienen der kommerziellen Herstellung von Pharmamolekülen für Krankenhäuser, besonders Fluor 18. Im Gegensatz dazu wird Cyrcé von der akademischen Gemeinschaft getragen und ist somit unabhängig von marktwirtschaftlichen Bestrebungen. Seine einzigartigen Eigenschaften bezüglich der Teilchenenergie (von 19 bis max. 24 MeV) ermöglichen die Herstellung einer breiten Palette von Radioelementen, die von regionalen, nationalen und internationalen Forschern genutzt werden können. Das Zyklotron dient ebenfalls als einzigartige Bildungsplattform für Radiochemie und nukleare Instrumentierung.

Innerhalb von zwei Jahren wurden das Zyklotron und seine Infrastruktur geplant und gebaut. Im November 2012 hatte die französische Behörde für nukleare Sicherheit (ASN) ihre Betriebsgenehmigung erteilt. Diese bestätigt die Effizienz des Kontrollsystems der Anlage (die fortlaufend über tausend Parameter verwaltet) und der Sicherheitsbehälter (1.000 Tonnen Beton und 100 Tonnen Blei), mit denen die Strahlungen abgeschirmt werden sollen, die im laufenden Betrieb produziert werden. Das Zyklotron produziert keinen langlebigen nuklearen Abfall.

Cyrcé wurde im Rahmen des Programms Zukunftsinvestitionen geplant. Es ergänzt die technischen Kapazitäten des Standorts Straßburg im Bereich Kleintierbildgebung (Exzellenzausrüstung – Equipex – Transimagin) und verstärkt die nationale Forschung in der Nuklearmedizin im Exzellenzlabor IRON, zu dessen wichtigsten Zielen Innovationen für die Krebsbehandlung gehören.

Die Gesamtkosten von 4,85 Millionen Euro wurden gemeinsam vom Ministerium für Hochschulen und Forschung, dem französischen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS), der Region Elsass, dem Departement Niederrhein, der Stadt Straßburg, der Universität Straßburg und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) getragen.

Kontakt:
David Brasse, CNRS – Tel: 0033 (0)3 88 10 64 18 – Email: david.brasse@iphc.cnrs.fr

Quelle:
Pressemitteilung des CNRS – 01.02.2013 – http://www2.cnrs.fr/presse/communique/2977.htm

Redakteurin:
Elodie Parisot, elodie.parisot@diplomatie.gouv.fr

Elodie Parisot | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein Quantenlineal für Biomoleküle

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Prostatakrebs: Bluttest sagt Tumorresistenz vorher

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

IVAM-Marketingpreis würdigt zum zehnten Mal überzeugendes Technologiemarketing

22.08.2017 | Förderungen Preise