Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Verfahren vereinfacht operativen Wiederaufbau der weiblichen Brust nach Krebs-OP

15.09.2011
Ein neues Berechnungsverfahren bei der Magnetresonanztomografie, dass am Heidelberger Ethianum gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg entwickelt wurde, sorgt für eine bislang ungekannte Präzision der Darstellung der Gefäßarchitektur.

Mit der 3D-Darstellung der Gefäßstrukturen im Bereich des Unterbauchs wird es möglich, präoperativ exakt die besten Gefäße auszuwählen, die für die mikrochirurgische Wiederherstellungsoperation der Brust verwendet werden.

Darüber hinaus kann mit diesem Verfahren erstmals genau berechnet werden, wie viel Eigengewebe einer Patientin für den Aufbau ihrer Brust zur Verfügung steht. Die von PD Dr. med. Michael Pelzer, Facharzt für Plastische Chirurgie am Ethianum, und Prof. Dr. med. Hans-Ulrich Kauczor, Ärztlicher Direktor der Radiologischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg, erarbeitete Darstellungsmöglichkeit unterstützt auf diese Weise zuverlässig den erfolgreichen Brustwiederaufbau etwa nach einer Krebs-OP, minimiert die Strahlenbelastung bei notwendigen Voruntersuchungen und macht unnötige Eingriffe überflüssig.

"Es ist ein weiterer Durchbruch für die weltweit anerkannte DIEP-Lappenplastik", erklärt Pelzer über das neue Darstellungsverfahren. Es ermöglicht erstmals eine genaue Berechnung des Eigenfettgewebes im Unterbauch und erleichtert damit die Rekonstruktion der weiblichen Brust. Bei dem international als Standard anerkannten schonenden Operationsverfahren der DIEP (Deep Inferior Epigastric Perforator)-Lappenplastik entnimmt der Chirurg überschüssiges Haut- und Fettgewebe samt Blutgefäßen aus dem Unterbauch, formt es anschließend zu einer Brust und verbindet es mikrochirurgisch mit den entsprechenden Gefäßen an der Brustwand.

Vorteil dieser Methode ist, dass - im Gegensatz zu anderen Verfahren
- keine Muskelanteile entnommen werden müssen und somit die Bauchwand nicht geschwächt wird, oder Implantate eingesetzt werden, die bei der Wiederherstellung der Brust mit einer hohen Rate an Zweiteingriffen belastet sind.

"Bisher ließ sich das Volumen des zu entnehmenden Gewebes klinisch nur schätzen", erklärt Prof. Kauczor, der auch die Radiologie-Abteilung am Ethianum leitet. "Bei der Magnetresonanztomografie kann nun mittels hochauflösender 3D-Aufnahmen und einer softwarebasierten Volumenberechnung des Unterbauches genau bestimmt werden, wie viel Gewebe der Patientin entnommen werden muss", so Kauczor. Damit lässt sich bereits vor der Operation konkret feststellen, ob die DIEP-Lappenplastik als Rekonstruktionsmethode infrage kommt oder gegebenenfalls durch ein zusätzliches Implantat ergänzt werden muss.

"In Grenzfällen kann es vorkommen, dass nicht ausreichend Gewebe vorhanden ist. Das wissen wir jetzt vor dem Eingriff - ein enormer Vorteil für die Patientin und den jeweiligen Operateur", sagt Pelzer. Der erfahrene Plastische Chirurg verweist außerdem auf die Vorzüge der notwendigen Voruntersuchung durch die Magnetresonanztomografie, bei der die Patientin im Gegensatz zur gängigen Computertomografie keinerlei Strahlung ausgesetzt ist.

Pressekontakt:
Pressebüro Ethianum
Tel.: 069 - 920 10 181
presse@ethianum.de

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.ethianum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie