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Neues Verfahren zur Behandlung von Eierstockkrebs

09.08.2011
Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI unterstützt das australische Unternehmen Prima BioMed Ltd. bei der Prüfung und Zulassung eines neuen Therapieverfahrens zur Behandlung von Eierstockkrebs.

Prima BioMed Ltd. entwickelt eine autologe (körpereigene) Immuntherapie zur Behandlung des epithelialen Ovarialkarzinoms (Eierstockkrebs). Bevor die sogenannte CVac-Therapie in Europa zugelassen und Patienten damit behandelt werden können, müssen Sicherheit und Effizienz des Verfahrens zunächst in einer klinischen Studie unter Beweis gestellt werden. Erste Ergebnisse aus vorangegangenen Studien sind laut Prima BioMed äußerst vielversprechend.

Gemeinsam mit dem Fraunhofer IZI will das australische Unternehmen die klinische Prüfung durchführen und eine Zulassung für die neuartige Therapie erwirken. Aufgaben des Fraunhofer IZI sind dabei vor allem die Herstellung der klinischen Prüfpräparate und deren Qualitätskontrolle für den europäischen Teil der Studie. Das gemeinsame Projekt wird mit 4,1 Millionen Euro durch die Sächsische Aufbaubank gefördert. Am 8. August 2011 übergab Frau Staatsministerin Prof. Dr. Dr. von Schorlemer persönlich den Förderbescheid und unterstrich damit die Bedeutung solch innovativer Projekte für den Freistaat Sachsen.

Um die Therapie möglichst bald in den europäischen Markt einzuführen, hat das australische Unternehmen ein deutsches Tochterunternehmen mit Sitz in Leipzig gegründet. Matthew Lehman, Geschäftsführer der Prima BioMed GmbH, ist vom Standort Leipzig begeistert. „Die umfangreiche Unterstützung für Prima BioMed und unser CVac-Programm durch den Freistaat Sachsen ist überwältigend. Die Region bietet mit dem Fraunhofer IZI eine moderne Forschungsinfrastruktur, hervorragende Förderoptionen durch die Sächsische Aufbaubank, eine gute biologistische Anbindung durch den Flughafen Leipzig-Halle, sowie eine exzellente Forschungs- und Entwicklungslandschaft. Wir sind glücklich, unsere europäischen Aktivitäten von Leipzig aus steuern zu können und sehen mit Zuversicht auf ein langfristiges Engagement in der Region.“

Auch Dr. Gerno Schmiedeknecht, Leiter der Abteilung Zelltechniken am Fraunhofer IZI freut sich über die Kooperation. „Wir sind stolz Prima BioMed bei der Entwicklung der CVac-Technologie unterstützen zu können. Unser gemeinsames Ziel ist es, dass die vielversprechende Therapie möglichst bald vielen Patienten zur Verfügung gestellt werden kann.“

Die autologe Immuntherapie CVacTM basiert auf der Modifikation körpereigener Immunzellen. Tumorzellen entgehen auf verschiedene Weise der Immunabwehr. Das CVac-Verfahren modifiziert spezialisierte Immunzellen des Patienten, damit diese die Tumorzellen erkennen und verschiedene Abwehrmechanismen des Immunsystems aktivieren. Diese sogenannten Dendritischen Zellen werden dabei auf ein bestimmtes Protein (Biomarker) geprägt, das ausschließlich auf den Tumorzellen vorkommt. Das Immunsystem ist somit in der Lage, die Tumorzellen gezielt anzugreifen, ohne gesunde Zellen zu beeinträchtigen. Dadurch ist diese Behandlungsform wesentlich schonender für den Patienten als Bestrahlungen und Chemotherapien und verspricht zudem geringere Rückfallquoten.

| Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.izi.fraunhofer.de/
http://www.primabiomed.com.au/

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