Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Rettungsfahrzeug S.A.M. erleichtert den Verletztentransport in unwegsamem Gelände

23.06.2010
Die Rettung von verletzten Personen in unwegsamem Gelände ist schwierig, da die Helfer den Patienten bis zur nächsten Unfallhilfsstation meist nur tragen können. Ein neues Rettungs­fahrzeug soll hier Abhilfe schaffen. Studierende aus dem Studiengang Rescue Engineering der HAW Hamburg testeten es erstmalig bei Rock am Ring. Weitere Tests folgen ab August auf dem Wacken Open Air und auf der Insel Wangerooge.

7. Juni 2010, 22.30 Uhr. Die Sonne ist untergegangen, aus den Boxen dröhnen die ersten Takte der Band Rammstein. Über 86 000 Besucher des Festivals Rock am Ring sind aus dem Häuschen, tanzen ekstatisch oder bewegen dem Kopf zur Musik. Mit dabei Studierende des Studienganges Rescue Engineering der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW Hamburg). Doch die Studierenden sind nicht zum Vergnügen hier: Sie wollen das neue Rettungsfahrzeug S.A.M., das von der Firma Seewald + Seewald Fahrzeugtechnik derzeit entwickelt wird, auf seine Praxistauglichkeit testen. S.A.M. ist eines der ersten geländefähigen Fahrzeuge und soll die Rettung von verletzten Personen aus unwegsamen Gelände erleichtern.

Übernachtet wird bei mehrtägigen Musikfestivals in Zelten rund um das Gelände. Bei Regen verwandeln sich solche Zeltstädte in eine Sumpflandschaft, dekoriert mit Abfällen wie scharfkantigen Dosen und zerbrochenen Flaschen. Kommt es in diesen Zeltstädten zu Unfällen, besteht meist nur die Möglichkeit, zu Fuß zum Unfallort zu gelangen. Von dort wird der Patient von zwei Rettungskräften auf einer Trage ungeschützt bis zur nächsten Unfallhilfsstelle getragen. Die Unwegsamkeit des Geländes, das Gewicht der verunfallten Person und das Vorankommen auf dem schlammigen Untergrund machen eine sichere Patientenrettung nur schwer möglich. „In solchen Extremsituationen verrinnt wertvolle Zeit. Minuten, die Menschenleben retten können“, sagt der Projektbetreuer Prof. Bernd Sadlowsky.

Eine Möglichkeit der zeitnahen Rettung ist durch das geländefähige Rettungsfahrzeug S.A.M. jetzt in greifbare Nähe gerückt: Der gerade mal 1,54 Meter breite und maximal 2 Meter hohe Geländewagen soll den schnellen, geschützten Abtransport verletzter Personen nicht nur aus matschigem Gebiet, sondern auch am Strand, wo herkömmliche Fahrzeuge meist im Sand stecken bleiben, ermöglichen. „Mit seinen kompakten Maßen ist das Fahrzeug auch für den Einsatz in engen Parkhäusern, Messehallen und auf Flughäfen geeignet“, sagt Ole Thormählen aus dem studentischen Projektteam. Damit wäre S.A.M. das erste universell einsetzbare, geländegängige Rettungsfahrzeug auf dem Markt.

Gemeinsam mit dem Hersteller, der Firma Seewald + Seewald Fahrzeugtechnik, wollen die Studierenden der HAW Hamburg den Prototypen in verschiedenen Extremsituationen testen und bis zur Serienreife entwickeln. Die Messtechnik zur Bestimmung der dynamischen Beanspruchung des Fahrzeugs im Gelände wird dabei durch das Instituts für Beratung, Forschung, Systemplanung, Verpackungsentwicklung und -prüfung (BFSV) der HAW Hamburg zur Verfügung gestellt. Dessen Leiter ist Prof. Bernd Sadlowsky.

Die nächsten Testphasen finden Anfang August beim Festival Wacken Open Air sowie Anfang September auf der Insel Wangerooge in Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr statt. Medienvertreter/innen sind herzlich eingeladen teilzunehmen. Durchgeführt wird das Projekt von den Studenten Andreas Kinski, Ole Thormählen, Axel Herschelmann und Jan Meyer aus dem dritten Semester des Studiengangs Rescue Engineering.

Kontakt:

HAW Hamburg
Institut für BFSV
Prof. Dr.-Ing. Bernd Sadlowsky
Projektbetreuer
Tel.: 040.428 75-6010
Bernd.Sadlowsky@bfsv.de
Ansprechpartner für Bild- und Videomaterial:
HAW Hamburg
Ole Thormählen
Student B.Eng. in Rescue Engineering
Mobil: 0176.211 354 09
Ole.Thormaehlen@haw-hamburg.de

Dr. Katharina Jeorgakopulos | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfsv.de
http://www.haw-hamburg.de/rescueengineering.html
http://www.seewald24.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik