Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Mittel im Kampf gegen Hautkrebs und Hautalterung

15.12.2009
Dermatologe vom UK S-H, Campus Lübeck, forscht zur Rolle von Melatonin als Antioxidanz

Melatonin, bekannt v.a. als "Schlafhormon" oder Anti-Jetlag-Substanz, ist auch ein starkes Antioxidanz, welches krebserregende freie Radikale im menschlichen Körper unschädlich machen kann. Die antioxidative Wirkung von Melatonin bewirkt, dass DNS-Schäden (Schäden der Erbsubstanz), die zu UV-bedingtem Hautkrebs führen können, deutlich reduziert werden.

Das geht aus verschiedenen Untersuchungen hervor, deren Ergebnisse PD Dr. Tobias W. Fischer, Oberarzt am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie am Campus Lübeck, jetzt in seiner Habilitationsschrift vorgelegt hat.

Fischer hat innovative Erkenntnisse zur Rolle von Melatonin bei der Prävention von Hautkrebs und Hautalterung gewonnen. "Zurzeit arbeiten wir noch auf Ebene der Grundlagenforschung, aber es ist durchaus denkbar, dass Melatonin in absehbarer Zukunft bei der Hautkrebs-Prävention in der klinischen Praxis am Menschen zum Einsatz kommt", erläutert der Wissenschaftler und Arzt. "Melatonin könnte als Creme aufgetragen werden und durch die Unterdrückung der Bildung von freien Radikalen dazu beitragen, dass der weiße Hautkrebs gar nicht erst entsteht und Alterungsprozesse der Haut aufgehalten werden" so PD Dr. Tobias Fischer.

"Wir konnten im Zellmodell nachweisen, dass die antioxidative Wirkung von Melatonin wesentlich intensiver ist als die von Vitamin E oder C", berichtet Fischer. Als physiologischer Hautschutz könnte sich Melatonin besonders für organtransplantierte Patienten eignen, die auf die Einnahme von Immunsuppressiva angewiesen sind und ein erhöhtes Risiko haben, weißen Hautkrebs zu entwickeln. Dokumentiert hat Fischer in seinen Untersuchungen auch die Rolle von Melatonin in malignen Melanomzellen (schwarzer Hautkrebs). Hier konnte gezeigt werden, dass Melatonin das Wachstum der Tumorzellen hemmen kann.

Insgesamt ist es Fischer gelungen, eine neue Rolle von Melatonin als Antioxidanz und zellprotektive Substanz bei UV-induziertem oxidativen Stress und Zellschäden für die Haut zu definieren. Somit konnte Melatonin als ein hochwirksames und vielversprechendes Molekül in der Dermatologie etabliert werden. Die Untersuchung der funktionellen Rolle von Melatonin am Menschen mit der Perspektive, diese in klinischen Studien zu evaluieren, sind innovative Forschungsansätze, für die durch die grundlagenwissenschaftlichen Arbeiten von Fischer der Grundstein gelegt wurde.

Verantwortlich für diese Presseinformation:
Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein
Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, Haus 31, 24105 Kiel, Tel.: 0431 597-5544, Fax: 0431 597-4218
Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, Haus 1, 23538 Lübeck, Tel.: 0451 500-5544, Fax: 0451 500-2161

Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uk-sh.de

Oliver Grieve | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-sh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie