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Neues Medikament gegen Alzheimer entwickelt

14.04.2009
CPHPC entfernt schädliches Protein aus dem Blut

Wissenschaftler des University College London haben ein neues, viel versprechendes Medikament gegen Alzheimer entwickelt.

CPHPC entfernt ein Protein, von dem angenommen wird, dass es bei Alzheimer eine entscheidende Rolle spielt, aus dem Blut. Tests ergaben, dass das Protein auch aus den Gehirnen von fünf Alzheimer-Patienten verschwand, die das Medikament drei Monate lang einnahmen. Größere angelegte und länger dauernde Studien befinden sich derzeit in Planung. Details der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Das Protein Serum-Amyloid P (SAP) kommt immer in den Plaquen und den Tangles der Nervenfasern der Gehirne von Betroffenen vor. Es wird angenommen, dass es gesunde Zellen schädigt. Es scheint in beiden Fällen zu verhindern, dass diese Strukturen in die Brüche gehen. Zusätzlich wurde zumindest in Laborexperimenten nachgewiesen, dass es die Bildung des Amyloid-Proteins fördert, das seinerseits die schädigenden Plaquen entstehen lässt. Es gibt auch Hinweise darauf, dass SAP selbst die Gehirnzellen direkt schädigen kann.

Zwei der großen potenziellen Vorteile von CPHPC sind, dass es - einmal im Körper - nicht abgebaut wird und dass es über eine sehr spezifische Funktion verfügt. Dabei kommt es zu keiner Interaktion mit den Zellen. Damit soll das Risiko von Nebenwirkungen verringert werden. Die Wissenschaftler erwarteten einen Abbau von SAP im Blut der fünf Patienten. Die direkten Auswirkungen auf das Gehirn übertrafen jedoch ihre Erwartungen.

Mit Hilfe von Labortests gelang es dem Team um Mark Pepys, den molekularen Prozess zu entschlüsseln, auf dem die Wirksamkeit des Medikament beruht und zu zeigen, wie sich SAP bei Alzheimer in den Gehirnen ansammelt. Nebenwirkungen bei den Patienten konnten nicht festgestellt werden. CPHPC wurde laut BBC bereits Patienten mit anderen Krankheiten verabreicht, die ebenfalls keine Nebenwirkungen hatten. Obwohl drei Monate zu kurz waren, um klinische Vorteile nachzuweisen, kam es zu keiner offensichtlichen Verschlechterung.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucl.ac.uk

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