Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum zum Thema "Schwindel" am LMU-Klinikum

27.08.2009
Das Klinikum der Universität München und die Medizinische Fakultät der LMU haben - unter der Federführung von Prof. Dr. Thomas Brandt (Direktor des Instituts für Klinische Neurowissenschaften) - den Zuschlag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für ein einzigartiges Forschungs- und Behandlungszentrum für Schwindel, Gleichgewichts- und Okulomotorikstörungen (IFB-LMU) erhalten.

Ein internationales Gutachter-Gremium hat die Voraussetzungen für die Einrichtung des Zentrums am LMU-Klinikum geprüft und befürwortet. Ab November 2009 erhält das IFBLMU Fördergelder in Höhe von rund 25 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre. Damit verbunden ist die Option auf weitere fünf Jahre und eine spätere Fortführung durch die Ludwig-Maximilians-Universität und das Klinikum.

Obwohl Schwindel eines der häufigsten Leitsymptome in der Medizin ist, besteht eine eklatante Unter- und Fehlversorgung der Betroffenen. Diese unbefriedigende Situation ist international gut bekannt. Die Ursachen hierfür sind unzureichende interdisziplinäre Kooperation, fehlende Standardisierung von Diagnostik und Therapie, mangelnde Translation von Grundlagenforschung in die klinische Anwendung und das Fehlen multizentrischer klinischer Studien zur Diagnose und Therapie. "Das IFB-LMU ist ein geeignetes Instrument zur Überwindung dieser Defizite und bietet die Möglichkeit zur nachhaltigen Etablierung eines internationalen, fächerübergreifenden Referenzzentrums", erläutert Professor Brandt, Inhaber der deutschlandweit ersten Hertie-Senior-Forschungsprofessur. Zum Thema Schwindel, Gleichgewichts- und Okulomotorikstörungen gibt es in München eine weltweit einmalige Konzentration führender Experten in Klinik und Grund-lagenforschung. Diese Expertise wird nun im IFB-LMU gebündelt.

Die strukturellen und inhaltlichen Ziele des IFB-LMU sind:

- Schaffung eines eigenständigen patientenorientierten Forschungszentrums unter dem Dach der Fakultät,

- modellhafte Überwindung bisheriger klinischer und akademischer Fächergrenzen,

- Etablierung eines standardisierten, interdisziplinären Netzwerkes für betroffene Patienten an einem Ort zur Professionalisierung der klinischen Versorgung und überregionalen Patientenrekrutierung,

- Aufbau einer Studieninfrastruktur zur Durchführung prospektiver multizentrischer klinischer Studien und Entlastung der Forscher von administrativen Aufgaben,

- Förderung translationaler Forschungsbereiche mit Fokussierung auf die Innovationsfelder molekulare, funktionelle und strukturelle Bildgebung, experimentelle und klinische Pharmakotherapie, klinische Krankheitsforschung, mathematische Modellbildung, Interaktion biologischer und technischer Systeme (Robotics) sowie Forschung zu Funktionsfähigkeit und "quality of life",

- Einrichtung neuer attraktiver Ausbildungswege und Berufsbilder für Ärzte, Naturwissenschaftler und Ingenieure in der klinischen Forschung und damit Überwindung bisheriger akademischer, hierarchischer Strukturen und Förderung des Leistungs- und Eigenständigkeitsprinzips,

- Etablierung von 8 Nachwuchswissenschaftlergruppen und zunächst 6 W2-Professuren zur Komplettierung der vorhandenen Exzellenz und als Anreiz für herausragende Wissenschaftler,

- Einbindung bestehender und sich entwickelnder Kompetenz in die medizinischen und biologischen Studiengänge sowie Graduiertenschulen und -kollegs.

"Dieses international einmalige Forschungs- und Behandlungszentrum wird - durch den effektiven Transfer der Forschungsergebnisse in die medizinische Versorgung - maßgeblich zur Verbesserung in der Versorgung von 'Schwindel'-Patienten beitragen", ergänzt Prof. Dr. Burkhard Göke, Ärztlicher Direktor und Vorsitzender des Vorstands am Klinikum der Universität München.

Kontakt
Prof. Dr. Thomas Brandt
Institut für Klinische Neurowissenschaften
Klinikum der Universität München
Marchioninistraße 15
81377 München
Tel. 089 7095-2380
Email: thomas.brandt@med.uni-muenchen.de
Klinikum der Universität München
Im Klinikum der Universität München (LMU) sind im Jahr 2008 an den Standorten Großhadern und Innenstadt etwa 500.000 Patienten ambulant, poliklinisch, teilstationär und stationär behandelt worden. Die 44 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über mehr als 2.300 Betten. Von insgesamt 9.800 Beschäftigten sind rund 1.700 Mediziner. Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München hat im Jahr 2008 etwa 64 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben und ist seit Juni 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.

Philipp Kressirer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-muenchen.de
http://www.uni-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Stammzell-Transplantation: Aktivierung von Signalwegen schützt vor gefährlicher Immunreaktion
20.04.2017 | Technische Universität München

nachricht Was Bauchspeicheldrüsenkrebs so aggressiv macht
18.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten