Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Graduiertenkolleg an der UMM widmet sich dem Hautkrebs

11.11.2014

Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt Antrag der Hautklinik der Universitätsmedizin Mannheim in vollem Umfang

Ohne jegliche Abstriche hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) einen Antrag für ein neues Graduiertenkolleg unter der Federführung der Dermatologischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), das sich mit der Forschung zum weißen und schwarzen Hautkrebs sowie der Entwicklung neuer Therapien für diese Krebsarten beschäftigt, bewilligt. Dies hat die „Einrichtung zur Förderung der Wissenschaft und Forschung in Deutschland“ am vergangenen Freitag beschlossen und heute, am 10. November 2014, offiziell verkündet.


Ultralange Fäden des Blutgerinnungsstoffs „Von-Willebrand-Faktor“ auf einem durch Melanomzellen aktivierten Endothel, das das Innere von Blutgefäßen auskleidet. UMM

Graduiertenkollegs (GRKs) sind Einrichtungen der Hochschulen, die die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zur Aufgabe haben. Das Graduiertenkolleg dient daher nicht allein der Forschung zum Hautkrebs, sondern auch dazu, die besten Medizinstudenten sowie Studierende der Lebenswissenschaften für die wissenschaftliche Arbeit im Bereich der Dermato-Onkologie, der Tumoren der Haut, zu gewinnen. Den Graduierten wird im Rahmen des Kollegs eine medizinische oder naturwissenschaftliche Promotion zu einem Thema auf diesem Gebiet ermöglicht.

Das Graduiertenkolleg mit der Ziffer 2099 und dem vollständigen Titel „Mechanismen des Hautkrebses: Metastasierung, primäre Resistenz und neue Zielstrukturen“ wird von der Mannheimer Universitäts-Hautklinik geleitet. Designierter Sprecher des GRK 2099 ist der Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie und Prodekan der Medizinischen Fakultät Mannheim, Professor Dr. Sergij Goerdt, sein designierter Stellvertreter Professor Dr. Martin Leverkus, Leiter der Sektion Molekulare Dermatologie an seiner Klinik: „In diesen für die UMM schwierigen Zeiten freuen wir uns ganz besonders, dass unsere auch vom Wissenschaftsrat sehr positiv beurteilte wissenschaftliche Arbeit hier in Mannheim erneut von der DFG anerkannt und gefördert wird.“

... mehr zu:
»Cancer »DFG »DKFZ »Dermatologie »Entwicklung »GRK »Hautkrebs »UMM

Die Mannheimer Medizinfakultät arbeitet in dem Graduiertenkolleg mit Wissenschaftlern anderer Einrichtungen der Metropolregion zusammen, wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Schwesterfakultät in Heidelberg. Für die kommenden viereinhalb Jahre werden ihnen Mittel in Höhe von etwa 4,9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Die Mittel werden uns dabei helfen, den Kampf gegen den Hautkrebs im Interesse unserer Patienten und gemeinsam mit den Studierenden intensiv voranzubringen – und außerdem die Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der Metropolregion weiter zu verstärken, ohne die dieser Antrag nicht zustande gekommen wäre“, so Professor Goerdt.

Am GRK „Mechanismen des Hautkrebses“ sind in 13 Projekten 13 Hochschullehrer und sechs Nachwuchswissenschaftler beteiligt, davon kommen acht aus Mannheim, vier von der Medizinischen Fakultät Heidelberg, drei aus dem DKFZ und – eine strukturelle Besonderheit – vier Wissenschaftler haben eine Doppelanstellung in Mannheim und am DKFZ. Die gebündelte Expertise der am Graduiertenkolleg beteiligten Arbeitsgruppen zum Hautkrebs ist in Deutschland einzigartig.

Woran genau arbeiten die Wissenschaftler und Ärzte im GRK 2099? Bösartige Hauttumoren stellen aufgrund von Umweltfaktoren, insbesondere des Sonnenlichts, und aufgrund der Altersentwicklung der Bevölkerung ein weltweit zunehmendes Gesundheitsproblem dar. Frühe Stadien des weißen und schwarzen Hautkrebses lassen sich heilen, indem man sie chirurgisch entfernt. Schwierig wird es jedoch, wenn der Hautkrebs gestreut hat. Die Projekte des neuen Graduiertenkollegs beschäftigen sich daher mit vier für die Therapie von metastasierten Tumoren wichtigen Teilgebieten: 1) den Hauttumorstammzellen und ihren Erbgutveränderungen, 2) den Wechselwirkungen des Tumors mit seiner Umgebung, insbesondere den Blutgefäßen, 3) dem Zelltod beim Hautkrebs und 4) der Entwicklung gezielter Immuntherapien beim Malignen Melanom.

Die Graduierten erhalten im Rahmen des GRK 2099 eine breite methodische Ausbildung in der Grundlagenforschung sowie einen umfassenden Überblick über die klinische Dermato-Onkologie. Dabei arbeitet das Graduiertenkolleg eng mit zwei Graduiertenschulen zusammen, mit der Hartmut Hoffmann-Berling International Graduate School of Molecular and Cellular Biology (HBIGS) der Universität Heidelberg und der Helmholtz International Graduate School for Cancer Research (HIGS) des DKFZ, die die Lehre in Tumorbiologie und Allgemeiner Onkologie verantwortet. Die Grundlagen, die dort gelehrt werden, auf die Biologie des Hautkrebses und die Dermato-Onkologie anzuwenden, ist ein wichtiger Mehrwert des neuen Graduiertenkollegs.

Das Graduiertenkolleg arbeitet außerdem mit dem St. John’s Institute of Dermatology in London, einer der bekanntesten Forschungseinrichtungen der Dermatologie weltweit, zusammen. „Eine inhaltlich sehr wichtige Kooperation für das Forschungsprogramm, aber auch für die Karriereentwicklung der Studierenden, nicht zuletzt aufgrund der damit verbundenen Internationalisierung“, so Professor Leverkus.

Zusätzlich kann sich das Graduiertenkolleg auf eine Gruppe von herausragenden Forscherpersönlichkeiten stützen, die verschiedenen Colleges der University of London (King’s College, Queen Mary University, University College of London) und dem Cancer Research Institute angehören und das Forschungsprogramm durch ihre Expertise bereichern. Mit dem King’s College und dem Cancer Research UK in London wird außerdem ein Austausch stattfinden.

Graduiertenkolleg 2099
„Mechanismen des Hautkrebses: Metastasierung, primäre Resistenz und neue Zielstrukturen“
„Hallmarks of Skin Cancer: Cancer Cell Dissemination, Primary Resistance, Novel Targets”


Weitere Informationen:

http://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2014/pressemitteilung_nr_45/index.html  - Pressemitteilung der DFG
http://www.uni-heidelberg.de/  - Pressemitteilung der Universität Heideberg

Dr. Eva Maria Wellnitz | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Cancer DFG DKFZ Dermatologie Entwicklung GRK Hautkrebs UMM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist
30.03.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE