Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Wirkstoff gegen die Herzschwäche

07.02.2012
Rund 1,5 Millionen Euro erhalten Herzinsuffizienzforscher des Universitätsklinikums Würzburg und des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz vom Bund.
Professor Oliver Ritter und sein Team haben einen neuen Wirkstoff entwickelt, der die Sterblichkeit von Herzschwäche-Patienten senken soll. Im Rahmen der dreijährigen Förderung werden die Forscher ihr Behandlungskonzept optimieren und die Entwicklung eines Medikaments voranbringen.

Mit ihrem neuen Wirkstoff greifen die Wissenschaftler um Oliver Ritter erstmals direkt in die Vorgänge im Inneren von Herzmuskelzellen ein. Bisherige Medikamente gegen Herzinsuffizienz (Herzschwäche) wirken nur an der Außenseite der Zellen oder im Blutplasma. Der neue Wirkstoff IBP (import blocking peptide) hemmt jedoch Signalwege in den Herzmuskelzellen und verhindert so die Umbauprozesse, die beispielsweise nach einem Herzinfarkt zur Schwächung des Herzmuskels führen.

Großer Bedarf an neuen Medikamenten

„Es besteht ein großer Bedarf an neuen Wirkstoffen, die Medikamente zur Behandlung der Herzinsuffizienz ergänzen und eventuell langfristig sogar ersetzen“, sagt Ritter. Denn Herzschwäche ist weltweit eines der am raschesten wachsenden Gesundheitsprobleme: Aktuell leben rund zwei bis drei Millionen Patienten mit Herzinsuffizienz in Deutschland. Heutige Therapiestrategien bei Herzinsuffizienz können die Überlebenschancen der Patienten zwar erheblich verbessern, jedoch das Fortschreiten der Erkrankung nicht verhindern.

Wirksamkeit steigern, Verträglichkeit testen

Das Geld stammt aus der Fördermaßnahme „VIP“ (Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung) des Bundesforschungsministeriums. Die „VIP“-Förderung ermöglicht es den Würzburger Forschern, weitere Schritte in Richtung eines neuen Medikaments zu gehen. „Die grundsätzliche Wirksamkeit unseres Wirkstoff haben wir bereits im Tiermodell bewiesen“, sagt Ritter. „Jetzt können wir den Wirkstoff noch optimieren.“

Dazu wollen die Herzforscher den Eiweißstoff so verändern, dass er nicht so schnell im Körper abgebaut und zugleich besser in die Zellen aufgenommen wird. In weiteren Experimenten werden zunächst die Wirksamkeit und die Verträglichkeit des Wirkstoffs überprüft, bevor erste präklinische und klinische Studien beginnen können.

Hervorragendes Forschungsumfeld

Begünstigt wird die Forschung von Ritter und seinem Team durch das hervorragende Forschungsumfeld in Würzburg: Das Zentrum für Experimentelle und Molekulare Medizin (ZEMM) bietet den Wissenschaftlern modern ausgestattete Räume für die Laborexperimente und Untersuchungen am Tiermodell.
Wissenschaftliche Unterstützung erhalten die Forscher auch vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI). Das deutschlandweit einmalige Zentrum ist auf die interdisziplinäre Behandlung und Erforschung von Herzinsuffizienz und den daraus entstehenden Komplikationen spezialisiert.

Kontakt
Prof. Dr. Oliver Ritter, T: (0931) 201-39033, E-Mail: Ritter_O@medizin.uni-wuerzburg.de

Gunnar Bartsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs
13.12.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften