Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein neuer Test könnte die Diagnose der Alzheimer-Krankheit erleichtern

21.03.2012
Ein neuer Test könnte die Diagnose und Entwicklung von Medikamenten für die Alzheimer-Krankheit erleichtern. Dies ergab ein internationales Forschungsprojekt, bei dem das im Gehin abgelagerte Beta-Amyloid gemessen worden ist.

Ein internationales Team von Forschern hat eine neue Methode zur Messung des im Gehirn abgelagerten Beta-Amyloid entwickelt. Dieser Protein-Komplex steht im Verdacht, größere Schädigungen von Nervenzellen sowie Dysfunktionen bei der Alzheimer-Krankheit zu verursachen.

Die neue Methode könnte die Erkennung der Erkrankung sowie Entwicklung von Medikamenten gegen diesen Protein-Komplex erleichtern. Alzheimer-Krankheit (AD) ist die häufigste Ursache für den Rückgang der Gedächtnisleistung und die Demenz. Etwa 36 Millionen Menschen weltweit leiden an Demenz, davon zwischen 20 und 25 Millionen an Alzheimer.

Diese Zahlen werden mit der demografischen Alterung in den nächsten Jahrzehnten dramatisch zunehmen. Für das Jahr 2050 werden etwa 200 Millionen Demenzkranke erwartet (zwischen 70 und 150 Millionen Alzheimer-Kranke).

„Es ist daher wichtig, neue Therapien und Diagnoseverfahren zu entwickeln, welche die Erkennung und Behandlung dieser komplexen, chronischen-neurodegenerativen Erkrankungen des Gehirns erleichtern“, sagt Dr. Alexander Navarrete Santos, Mitarbeiter des Forschungslabors der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie.

Die Alzheimer-Krankheit wird durch Ablagerungen des Proteins beta-Amyloid im Gehirn gekennzeichnet. Ein internationales Team von Wissenschaftlern aus Deutschland, Schweden und den USA haben eine neue Methode entwickelt, um lösliche Varianten des abgelagerten Beta-Amyloid (Aß-Oligomere) im Liquor mittels Durchflusszytometrie quantitativ festzustellen. „Wir haben festgestellt, dass Patienten mit einer größeren Anzahl von Aß-Oligomere im Liquor eine stärker ausgeprägte Erkrankung hatten", sagt Dr. Alexander Navarrete Santos (der Entwickler dieser Methode und Erstautor der Studie).

Er analysierte den Liquor von 30 neurologischen Patienten, darunter 14 Alzheimer-Patienten. „Diese Proben von führenden universitären Kliniken in Deutschland und Schweden waren von bester Qualität und sind geeignet, um zuverlässige Hinweise auf viel versprechende neuartige Biomarker-Kandidaten zu erhalten", Professor Harald Hampel von der Universität Frankfurt, leitender Prüfarzt der Studie. „Wegen der begrenzten Anzahl von Proben sind jedoch weitere Studien erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen", sagte Dr. Oskar Hansson von der Universität Lund. Die Studie war eine internationale Kooperation mit der University of California in den USA, die Universitäten Göteborg und Malmö aus Schweden und der Universität Frankfurt in Deutschland. Der Test könnte nicht nur für die Früherkennung von Alzheimer verwendet werden, sondern kann auch bei der Entwicklung neuer und effektiver Therapien für AD Anwendung finden. Ein Rückgang in der Anzahl der Aß-Oligomere im Liquor könnte ein Hinweis für die Wirksamkeit von neuen medikamentösen Therapien sein.

Die Ergebnisse der Studie werden in der international renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift Journal of Alzheimer März 2012 erscheinen. Oskar Hansson (Universität Lund, Schweden) und Harald Hampel (Universität Frankfurt, Deutschland) als Senior-Autoren der Studie überwachten und koordinierten die Arbeit des internationalen Forscherteams einschließlich Drs. Alexander Navarrete Santos, Michael Ewers, Lennart Minthon, Andreas Simm, Rolf-Edgar Silber, Kaj Blennow, und David Prvulovic.

Jens Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen
11.12.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik