Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Ebola-Impfstoff macht Affen immun

08.09.2014

Tests mit Patienten gestartet - Hoffnung auf Eindämmen der Epidemie

Affen, die gegen Ebola-Fieber geimpft worden sind, haben laut der National Institutes of Health http://nih.gov eine langfristige Immunität gegen das Virus ausgebildet. Damit steigen die Chancen für erfolgreiche Tests mit Menschen. Die Versuche mit Affen haben gezeigt, dass die Immunität bis zu zehn Monate anhalten kann. Erste Versuche mit Patienten haben jetzt in den USA begonnen und sind auch in Großbritannien und Afrika geplant. Laut der WHO http://who.int sind bisher in Westafrika über 2.000 Menschen am Ebola-Fieber gestorben.


Ebola-Impfstoff: Immunität hält zehn Monate an (Foto: pixelio.de, Denise)

Veränderter Schimpansenvirus

Mehrere Therapien werden überprüft, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dazu gehört auch ein Impfstoff, der vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) http://www.niaid.nih.gov und GlaxoSmithKline entwickelt worden ist. Für den Impfstoff wird ein gentechnisch veränderter Schimpansenvirus eingesetzt, der zwei Arten von Ebola enthält. Dabei handelt es sich um ein Virus, das derzeit in Westafrika auftritt und eines, das im Sudan häufig vorkommt. Der Virusimpfstoff vermehrt sich nicht innerhalb des Körpers. Die Forscher hoffen, dass das Immunsystem auf den Anteil an Ebola reagiert und eine Immunität ausbildet.

Die Ergebnisse von Tierstudien wurden jetzt in "Nature Medicine" http://nature.com/nm veröffentlicht. Sie bilden die Basis für die Entscheidung zu klinischen Tests. Vier sich von Krabben ernährende Makaken überlebten eine Dosis des Virus, die fünf Wochen später tödlich gewesen wäre. Nur die Hälfte der Tiere überlebte jedoch eine Infektion, zehn Monate nach der Impfung. Laut NIAID-Direktor Anthony Fauci hat der neue Impfstoff binnen fünf Wochen vollen Schutz gegen das Virus geboten.

Ernüchternd ist jedoch, dass die Beständigkeit nicht sehr groß ist. Mit einer Verstärkung durch eine zweite Injektion kann die Wirkung jedoch deutlich verbessert werden. Die Wissenschaftler wussten seit Monaten, dass der Impfstoff bei Affen wirksam ist und haben jetzt mit klinischen Tests begonnen. Derzeit sind diese Studienergebnisse die besten Hinweise darauf, wie erfolgreich ein derartiger Impfstoff auch beim Menschen eingesetzt werden könnte. Die erste Patientin hat den Impfstoff in der vergangenen Woche erhalten.

Versuchsreihen in Westafrika geplant

Es wird weitere Tests des Impfstoffes nur gegen die in Zaire auftretende Form des Virus geben. Sie werden in den USA, der University of Oxford in Großbritannien, sowie in Mali und Gambia stattfinden. Laut der WHO werden Daten zur Sicherheit des Impfstoffes im November 2014 zur Verfügung stehen. Sollte sich der Impfstoff als sicher erweisen, wird er sofort in Westafrika eingesetzt.

Impfungen sollen im Kampf gegen das Ebola-Fieber Priorität erhalten. Derzeit stehen 400 Einheiten des Impfstoffes zur Verfügung, wenn große Mengen für eine Immunisierung erforderlich sein sollten. Reichen geringere Mengen aus, lässt sich diese Menge auf 4.000 erhöhen. Die WHO warnte jedoch davor, dass die Hoffnung auf einen wirksamen Impfstoff nicht die Wichtigkeit der Maßnahmen verringern sollte, die sich bisher zur Bekämpfung von Ebola-Ausbrüchen als wirksam erwiesen haben.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Multiregional brain on a chip

16.01.2017 | Power and Electrical Engineering

New technology enables 5-D imaging in live animals, humans

16.01.2017 | Information Technology

Researchers develop environmentally friendly soy air filter

16.01.2017 | Power and Electrical Engineering