Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Wege in der Therapie von Eierstockkrebs

04.08.2011
Heidelberger Strahlentherapeutin erhält Forschungsstipendium der Deutschen Gesellschaft für RadioOnkologie

Wie man durch Strahlentherapie Krebserkrankungen der Eierstöcke bekämpfen kann, ist der Forschungsschwerpunkt von Dr. Nathalie Rochet, Fachärztin in der Radiologischen Universitätsklinik Heidelberg. Sie zeigte im Rahmen ihrer Doktorarbeit erstmals, dass eine bestimmte Form der Bestrahlung – die sogenannte intensitätsmodulierte Strahlentherapie – als Behandlung bei fortgeschrittenem Ovarialkarzinom geeignet und gut verträglich ist. Für ihre hervorragenden Leistungen hat die 31-jährige Medizinerin im Juni 2011 ein Forschungsstipendium der Deutschen Gesellschaft für RadioOnkologie (DEGRO) erhalten.

Rund 9.000 Frauen erkranken jährlich in Deutschland an einem Ovarialkarzinom. Die Heilungschancen sind schlecht: Weniger als die Hälfte der Patientinnen überleben die ersten fünf Jahre nach Diagnose und Behandlung. Der Erfolg der Therapie hängt davon ab, ob möglichst alle Tumorzellen, die sich von den Eierstöcken ausgehend in der Bauchhöhle angesiedelt haben, abgetötet werden können.

Dr. Rochet forscht in mehreren Arbeitsgruppen der Abteilung für RadioOnkologie und Strahlentherapie der Radiologischen Universitätsklinik (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Dr. Jürgen Debus) sowie der Klinischen Kooperationseinheit Strahlentherapie im Deutschen Krebsforschungszentrum (Leiter: Prof. Dr. Dr. Peter Huber). Dabei beschäftigt sie sich insbesondere mit Planung und Durchführung klinischer Studien. Für ihre Promotion prüfte sie im Rahmen einer Studie mit zehn Patientinnen, ob die intensitätsmodulierte Bestrahlung des gesamten Bauches als Therapie bei erstmals diagnostiziertem, fortgeschrittenem Ovarialkarzinom machbar ist. Ziel dieser komplexen Form der Strahlentherapie ist es, nach Operation und Chemotherapie eventuell verbliebene Tumorzellen im Bereich der Bauchhöhle abzutöten.

Gesunde Organe werden geschont

Bei der intensitätsmodulierten Radiotherapie (IMRT) wird das Bestrahlungsfeld in mehrere kleinere Felder unterteilt, die mit unterschiedlicher Intensität und aus verschiedenen Richtungen bestrahlt werden. So kann die Dosis dem Gewebe präzise angepasst werden: Während Tumoren oder das Gewebe, aus dem ein Tumor entfernt wurde, eine insgesamt sehr hohe Strahlendosis erhalten, werden empfindliche, gesunde Gewebe und Nachbarorgane geschont. Rochet zeigte in der Studie, dass diese innovative Technik Organe wie Leber, Nieren und Knochenmark im Bestrahlungsgebiet schont und von den Patientinnen gut vertragen wird. Eine Folgestudie zur Wirksamkeit der Behandlung läuft seit 2010 und wird von der Deutschen Krebshilfe gefördert.

Die mit dem Stipendium verbundene Fördersumme von 15.000 Euro erlaubt der jungen Ärztin, sechs Monate an der Harvard Medical School in Boston, USA, ihr fachliches und methodisches Wissen zu vertiefen. „Von meiner Zeit in den USA verspreche ich mir eine interessante Forschungstätigkeit und Einblicke in das amerikanische Klinik- und Wissenschaftssystem“, so Rochet.

Kontakt:
Dr. med. Nathalie Rochet
Fachärztin für Strahlentherapie
Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie Universitätsklinikum Heidelberg
E-Mail: nathalie.rochet@med.uni-heidelberg.de
Tel: 06221 / 56 82 02 (Sekr.)
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 10.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie