Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Therapien gegen bösartige Weichgewebstumoren

13.10.2008
DFG fördert Studie im RUB-Klinikum mit 250.000 Euro

Forscher nutzen angeborenes Immunsystem im Kampf gegen Krebs

Weichgewebstumore sind sehr vielgestaltig und äußerst schwierig zu behandeln: Die wichtigste Therapie ist heute die großräumige Entfernung - inklusive viel umgebendem, gesunden Gewebe. Neue Therapien, die Moleküle des angeborenen Immunsystems nutzen, um den Tumor gezielt anzugreifen, untersucht jetzt die Arbeitsgruppe von Juniorprofessor PD Dr. Lars Steinsträßer (RUB-Klinikum Bergmannsheil). Seine Studie "Effektormoleküle des angeborenen Immunsystems zur onkolytischen Therapie von Weichgewebssarkomen" wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 250.000 Euro gefördert.

Selten und schwierig zu behandeln

Mit 2.500 bis 3.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland sind Weichgewebstumore vergleichsweise selten. Ihre Vielgestaltigkeit erschwert eine präzise Diagnose und eine gezielte Therapie. Neben dem großräumigen Herausschneiden des Tumors setzt die Medizin heute vor allem auf die Bestrahlung; die Chemotherapie wirkt nur in unter 30 Prozent aller Fälle. "Um die Prognose der Patienten zu verbessern und ihr Leiden zu mindern, versuchen wir daher, neue Therapieformen mit einer höheren Spezi?tät und Effektivität zu entwickeln", so Prof. Steinsträßer.

Neue Therapieoptionen gegen bösartige Weichgewebstumoren

Dazu haben die Forscher zunächst eine eigene Zellbank erstellt, die Tumorzellen der im RUB-Klinikum Bergmannsheil behandelten Patienten enthält. Jährlich werden hier ca. 120 bis 150 Patienten mit bösartigen Weichgewebstumoren behandelt - sehr viele für eine so seltene Erkrankung. Die Forscher bereiten Gewebeproben dieser Patienten im Labor zytologisch auf, um Primärzellkulturen der Tumorzellen zu erstellen, an denen sie dann weiter forschen können. Parallel wird das Gewebe pathologisch begutachtet und im Tumorregister erfasst. "Unsere Zellbank umfasst somit eine Vielzahl verschiedener Primärtumore", erklärt Prof.. Steinsträßer. "An diesen Zellen wollen wir so gennante Effektormoleküle des angeborenen Immunsystems testen, von denen wir wissen, dass sie gegen Krebszellen wirken." Diese so genannte onkolytische Aktivität des Immunsystems soll dann in naher Zukunft die Basis neuer Therapien bilden.

Große Spezialabteilung im Bergmannsheil

Die Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte (Direktor: Prof. Dr. Hans-Ulrich Steinau) der Ruhr-Universität an den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannsheil GmbH ist ein operatives Referenzzentrum für Weichgewebssarkome und gehört zu den international renommiertesten Spezialabteilungen für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie.

Weitere Informationen

Juniorprofessor PD. Dr. Lars Steinsträßer, Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Klinikum der Ruhr Universität Bochum, Bürkle-de-la Camp Platz 1, 44789 Bochum, Tel. 0234/302-3442, Fax: 0234/302-6379, E-Mail: lars.steinstraesser@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.bergmannsheil.de/692.0.html
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

nachricht MRT-Kontrastmittel: Neue Studie spricht für Sicherheit
17.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie