Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Risikofaktoren für Brust- und Eierstockkrebs entdeckt

28.03.2013
In einer bisher einzigartigen konzertierten Aktion haben Krebsforscher aus der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zusammen mit Wissenschaftlern aus mehr als 70 Institutionen weltweit insgesamt 49 neue genetische Risikofaktoren für Brustkrebs und acht neue genetische Risikofaktoren für Eierstockkrebs identifiziert.

Die Wissenschaftler verglichen hierzu das Vorkommen von mehr als 200.000 Erbgutvarianten bei mehr als 45.000 Brustkrebs-, über 9.000 Eierstockkrebspatientinnen und mehr als 60.000 gesunden Frauen.

Die neu entdeckten Risikofaktoren sind über das ganze Erbgut verteilt, in der deutschen Bevölkerung weitverbreitet und vermitteln jeweils Risikoänderungen zwischen 3 und 30 Prozent. Mit dieser Studie wurde die Zahl bekannter genetischer Faktoren für diese beiden häufigen gynäkologischen Tumorerkrankungen mehr als verdoppelt.

Die Studie wurde von der Universität von Cambridge initiiert und geleitet, die administrative Leitung übernahm das Karolinska Institut in Stockholm. Zahlreiche deutsche Wissenschaftler waren maßgeblich an den Untersuchungen für beide gynäkologische Karzinomarten beteiligt. Die Frauenkliniken der Medizinischen Hochschule Hannover (Direktor: Prof. Dr. Peter Hillemanns) und des Universitätsklinikums Erlangen der FAU (Direktor: Prof. Dr. Matthias W. Beckmann) sowie die Abteilung Krebsepidemiologie des Universitären Cancer Centers des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (Prof. Dr. Dieter Flesch-Janys) und die Abteilung Genetische Epidemiologie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg (Prof. Dr. Jenny Chang-Claude) steuerten umfangreiche Patientinnenkollektive und Datensätze bei. Prof. Dr. Jenny Chang-Claude am DKFZ und Dr. Thilo Dörk-Bousset an der Medizinischen Hochschule Hannover waren als deutsche Mitglieder der wissenschaftlichen Leitgruppe des internationalen Konsortiums maßgeblich an der Planung und Durchführung der Gesamtstudien beteiligt.

Prof. Dr. Peter A. Fasching, Professor für Translationale Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der FAU und Leiter der Studie in Erlangen, erklärte: „Diese Ergebnisse können helfen, die Prävention und Früherkennung der beiden Krankheiten zu individualisieren, insbesondere für Frauen mit einem genetisch erhöhten Risiko. Sie können auch die Grundlage für weitere Forschungsarbeiten zur Entwicklung von Präventionsmedikamenten sein.“ Prof. Chang-Claude sagte: „Ein wichtiges Ziel dieser Arbeit ist es, Frauen zu identifizieren, die gegebenenfalls mehrere Risikofaktoren haben und basierend auf den genetischen Veränderungen verstärkt auf gewisse Umweltfaktoren reagieren.“
Dr. Dörk-Bousset ergänzte: „Aufgrund der hohen Fallzahlen sind wir sehr sicher, dass die Ergebnisse zuverlässig und für die Krebsentstehung bedeutsam sind“. Mit Blick in die Zukunft meinte Prof. Flesch-Janys: „Die große internationale Kooperation bietet nun die Möglichkeit, das Zusammenspiel der genetischen Faktoren mit den Umwelt- und Lebensstilrisikofaktoren genauer zu bestimmen.“ „Das Projekt bietet uns einen außergewöhnlich großen und zuverlässigen Datensatz, um in Zukunft eine individualisierte Versorgung für Patientinnen entsprechend ihrer genetischen Prädisposition zu entwickeln“, erläuterte Dr. Arif Ekici vom Humangenetischen Institut in Erlangen (Direktor: Prof. Dr. André Reis).

Neben nationalen und lokalen Forschungsförderungen der teilnehmenden Forschungsgruppen wurde das Projekt mit dem Namen COGS („Collaborative Oncological gene-enviroment Study“) durch eine Förderung im siebten Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union in Höhe von zwölf Millionen Euro ermöglicht. Die Studienergebnisse werden in einer Serie von zeitgleich erscheinenden Publikationen veröffentlicht, darunter vier Artikel in Nature Genetics und weitere Artikel in PLoS Genetics und Nature Communications.

Blandina Mangelkramer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie