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Neue Perspektiven für den Kampf gegen Hepatitis C und andere Viren

04.12.2014

Um eine Wirtszelle zu infizieren, dringen einige Viren, wie das Hepatitis-C-Virus, in die Ribosomen der Zelle ein, die sogenannten „Eiweißproduzenten“. Dort vermehren sich die viralen Proteine zu Lasten der zellulären Proteine und produzieren so neue virale Partikel, die andere Zellen infizieren.

Zur Behandlung einer viralen Infektion ist es deshalb möglich, entweder auf einzelne Komponenten des Virus oder auf die zellulären Proteine, mit denen das Virus interagiert, abzuzielen. Bei der Verabreichung von Virostatika, die auf die Zellproteine abzielen, können jedoch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten, da diese Proteine oft eine wichtige Rolle für die Zelle spielen.

Forscher des Labors Immunantwort und Entwicklung bei Insekten (CNRS [1]) und des Forschungsinstituts für Virus- und Lebererkrankungen (Inserm [2] / Universität Straßburg) haben nun an der Taufliege Drosophila nachgewiesen, dass eine Komponente des Ribosoms – RACK1 – zwar für die Infektion durch bestimmte Viren unerlässlich ist, jedoch nicht für die Zelle selbst.

Die meisten zellulären Boten-RNAs können ohne das RACK1 an Ribosomen in Virusproteine übersetzt werden, während diese Komponente bei bestimmten Viren für die Übersetzung (und somit die Vermehrung) unabdingbar ist.

So können erwachsene Drosophila ohne RACK1 überleben und sind so vor bestimmten Insektenviren geschützt. Die Forscher stellten das gleiche Ergebnis bei humanen Zellkulturen fest: Das Fehlen der RACK1-Komponente gefährdet weder ihr Überleben noch ihre Vermehrung, schützt sie jedoch vor einer Hepatitis-C-Infektion. Gleiches könnte auch für andere Viren gelten, die die gleiche Strategie zur Infektion nutzen.

Diese Entdeckung eröffnet neue Perspektiven für Therapien, bei denen diese Verbindung des Virus zum Ribosom der Zelle blockiert wird. Auch wenn RACK1 offensichtlich nicht für das Überleben erwachsener Lebewesen notwendig ist, scheint es doch sowohl für den Menschen als auch für Tiere (Drosphila, Mäuse etc.) nicht ganz unwichtig zu sein. So kommen die Drosophila-Larven und Mäuse-Embryonen ohne RACK1 anscheinend nicht über ein gewisses Entwicklungsstadium hinaus.

Aus diesem Grund werden die Forscher nun untersuchen, wann und wofür die Zellen RACK1 benötigen.

[1] CNRS – französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung
[2] INSERM – französisches Institut für Gesundheit und medizinische Forschung

Weitere Informationen:

– “RACK1 Controls IRES-Mediated Translation of Viruses”, K. Majzoub et al., Cell, 20 novembre 2014.
– Jean-Luc Imler – Forscher an der Universität Straßburg – Tel.: +33 3 88 41 70 36 – E-mail: jl.imler@unistra.fr
– Catherine Schuster, Forscherin an der Universität Straßburg– Tel.: +33 3 68 85 37 41 – E-Mail: catherine.schuster@unistra.fr

Quelle: Pressemitteilung des CNRS – 21.11.2014 – http://www2.cnrs.fr/presse/communique/3817.htm

Redakteurin: Rébecca Grojsman, rebecca.grojsman@diplomatie.gouv.fr 

Marie de Chalup | Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

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