Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Möglichkeiten der Vorbeugung einer Arteriosklerose (Gefäßverfettung bzw. -verkalkung) durch direkte Reninhemmung

18.06.2010
Forschungspreis für Dr. med. Janine Pöss, Klinik für Innere Medizin III - Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS)

Bereits im zwölften Jahr vergaben die Freunde des Universitätsklinikums des Saarlandes e.V. einen der mit 20.000 Euro höchstdotierten Forschungspreise in Südwestdeutschland. Der Fachbeirat des Vereins hat dafür vier Forschungsvorhaben ausgewählt. Eines davon wird von Dr. med. Janine Pöss, Klinik für Innere Medizin III - Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) betreut:

Die direkte Reninhemmung erhöht die Anzahl und verbessert die Funktion Gefäß schützender Stammzellen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Hauptursache für die Sterblichkeit in westlichen Industrienationen. Das Spektrum kardiovaskulärer Erkrankungen kann als Kontinuum dargestellt werden. Risikofaktoren wie die arterielle Hypertonie begünstigen die Entstehung von Arteriosklerose. Diese bedingt die Entstehung akuter Herzinfarkte. Hierdurch kann es zur Entstehung einer chronischen Herzschwäche kommen.

Das Renin-Angiotensin-System (RAS) ist ein Hormonsystem, welches bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen überaktiv und bei der Entstehung aller genannten Schritte des Kontinuums beteiligt ist. Die pharmakologische Blockade dieses Systems ist daher ein wichtiger Bestandteil der Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen. Ein neues Therapieprinzip zur RAS-Blockade ist die direkte Reninhemmung. Endotheliale Progenitorzellen (EPC) sind Stammzellen aus dem Knochenmark, welche die Herz-Kreislauf-Funktion stark beeinflussen. Vorarbeiten unserer Arbeitsgruppe zeigen, dass eine Erniedrigung dieser Zellpopulation im Blut bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit schlechterem Überleben einhergeht. Eine Aktivierung des RAS-Systems schädigt diese Zellpopulation. Effekte von Renin sowie einer direkten Reninhemmung auf die Anzahl und die Funktion der EPC waren bislang nicht bekannt. Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Reninhemmung bei Mäusen zu einer Erhöhung der Anzahl gefäßschützender Stammzellen (EPC) führt und auch die Funktion der im Blut vorhandenen Zellen verbessert. Interessanterweise wurde dieser positive Effekt in ersten Experimenten auch dann beobachtet, wenn Aliskiren in einer nicht blutdrucksenkenden Dosis verabreicht wurde. Ferner war in mit Aliskiren behandelten Tieren deutlich weniger Arteriosklerose zu beobachten. In kultivierten menschlichen Vorläuferzellen führte Aliskiren zu einer reduzierten Zelltodrate und einer Verbesserung der funktionellen Eigenschaften.

Zusammengefasst führt eine direkte Reninhemmung zu einer Erhöhung der Anzahl und einer Verbesserung der Funktion von EPC. Dies könnte bei Patienten mit Gefäßerkrankungen zusätzlich zur Blutdrucksenkung günstige kardiovaskuläre Effekte bedingen.

Kontakt:

Universitätsklinkum des Saarlandes (UKS)

Dr. med. Janine Pöss
Klinik für Innere Medizin III
Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin
(Direktor: Prof. Dr. Michael Böhm; Projektleiter: Prof. Dr. Ulrich Laufs)
Tel. (06841) 16-23436
Fax: (06841) 16-23434
E-Mail: Janine.poess@gmx.de

Marion Ruffing | idw
Weitere Informationen:
http://www.uks.eu/kardiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie