Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Mittel für Herzkranke

13.07.2010
Mediziner von der Universität Würzburg haben herausgefunden, wie sich die Aktivität kleiner RNA-Moleküle beeinflussen lässt. Ein Lizenznehmer aus der Industrie nutzt die Methode jetzt, um neue Medikamente gegen Herzkrankheiten zu entwickeln.

Kleine RNA-Moleküle, so genannte micro-RNAs, regulieren etwa 30 Prozent aller Gene des Menschen und beeinflussen viele biologische Prozesse – zum Beispiel die Entwicklung der Muskeln und des Herzens. Bei der Entstehung von Krankheiten spielen sie allerdings auch eine Rolle.

Herzvergrößerung und Fibrose

Herzhypertrophie und Fibrose zum Beispiel stehen in Verbindung mit einer übermäßigen Aktivität der microRNA-21. Die Herzhypertrophie ist eine Vergrößerung des Herzmuskels. Verursacht wird sie durch eine chronische Überlastung des Herzens, etwa bei unbehandeltem Bluthochdruck. Bei der Fibrose handelt es sich um eine krankhafte Vermehrung von Bindegewebe. Sie entsteht, wenn Herzmuskelzellen absterben, etwa nach einem Herzinfarkt.

Diese schädliche Aktivität der microRNA-21 lässt sich aber beeinflussen. Das hat ein Forscherteam um Thomas Thum, Johann Bauersachs und Stefan Engelhardt von der Universität Würzburg herausgefunden.

Regulus Therapeutics als Lizenznehmer

Die Technologie, mit der sich der Übeltäter namens microRNA-21 steuern lässt, wurde nun als exklusive Lizenz an die Firma Regulus Therapeutics mit Hauptsitz in Carlsbad (USA) vergeben. Dafür hat die Bayerische Patentallianz GmbH gesorgt, die zentrale Patent- und Vermarktungsagentur von 28 bayerischen Universitäten und Hochschulen.

„Die frühzeitige Sicherung der Erfindung durch ein Patent war der zentrale Schlüssel für die erfolgreiche Verwertung“, freut sich Iris Zwirner-Baier von der Stabstelle Erfinderberatung und Patente der Universität Würzburg.

Mit der Technologie aus Würzburg entwickelt die Firma Regulus Moleküle, welche die fehlregulierten Signalwege der microRNA-21 unterdrücken. Ziel ist ein Einsatz für die Diagnose und Behandlung von Herz-, Leber- und Nierenkrankheiten. „Die von der Universität Würzburg lizenzierte Technologie ist ein wichtiger Baustein für unsere microRNA-Technologie-Plattform“, sagt Kleanthis G. Xanthopoulos, Präsident und Chief Executive Officer (CEO) von Regulus Therapeutics.

Therapeutischer Nutzen gilt als bewiesen

Der therapeutische Nutzen sei in einer vorklinischen Studie der Universität Würzburg bereits gezeigt worden: Sowohl Fibrose als auch Herzhypertrophie ließen sich mit der neuen Technologie hemmen. Publiziert ist dieses Ergebnis in der Top-Zeitschrift Nature [Thum et al. (2008) Nature 456: 980-984]. Ein erstes Medikament, das Regulus derzeit entwickelt, soll künftig der Behandlung von Fibrose dienen.

Gunnar Bartsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie