Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Methode zu Vorhersage des Erkrankungsverlaufs bei spezieller Form von Lymphdrüsenkrebs

01.03.2016

Das Mantelzelllymphom ist eine sehr aggressive Form des Lymphdrüsenkrebses (Lymphom), die häufig zum Tod führt.

Vor über vierzig Jahren wurde diese Erkrankungsart von dem Kieler Pathologen Karl Lennert zum ersten Mal identifiziert und wird heute in der Sektion für Hämatopathologie im Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel erforscht.


Das Bild (Mantelzelllymphom Ki67 niedrig) zeigt ein Mantelzelllymphom unter dem Mikroskop mit nur wenigen rot angefärbten Zellkernen (rot=Ki67 positive Zellen, die sich in Kürze teilen w

UKSH


Das Bild (Mantelzelllymphom Ki67 hoch) zeigt mehr Ki67 positive rote Zellen. Die große Zahl an Ki67 positiven Zellen deutet darauf hin, dass ein Rückfall sehr wahrscheinlich ist.

Ein großes Problem für die behandelnden Ärzte ist, dass die Erkrankung von Patient zu Patient sehr unterschiedlich aggressiv verläuft. Um die richtige Therapie für die Patienten aussuchen zu können, müsste man den Erkrankungsverlauf vorhersagen können.

Jetzt konnten Kieler Wissenschaftler im Rahmen einer Europäischen Kooperationsarbeit eine neue Methode zur Vorhersage des Erkrankungsverlaufes entwickeln. Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Wolfram Klapper, Leiter der Sektion für Hämatopathologie, verwendete dazu eine ebenfalls „alte“ Kieler Erfindung, den Antikörper Ki-67.

Mittels immunhistochemischer Färbungen kann der Pathologe am Gewebe, das dem Patienten entnommen wird, durch Ki-67 die Geschwindigkeit des Zellwachstums messen. Die Forscher konnten nun zeigen, dass die Erkrankung bei hoher Zellteilungsgeschwindigkeit schneller voranschreitet.

„Wir können durch die Verbindung von Ki-67 mit anderen Messwerten einen Risiko-Wert für jeden Patienten angeben und so eine sehr genaue Vorhersage über den Erkrankungsverlauf machen“, sagt Professor Klapper.

„Unsere Stärke ist, dass wir in Kiel als Lymphomreferenzzentrum für patientennahe Forschung auf eine große Sammlung von Geweben des Lymphknotenregisters zurückgreifen können.“ Die Hoffnung der Ärzte ist es, mit der neuen Methode patienten-individuell die am besten geeignete Therapie auswählen und die Intensität der Behandlung optimal steuern zu können.

Die internationale Forschungsarbeit mit dem Titel „Prognostic Value of Ki-67 Index, Cytology, and Growth Pattern in Mantle Cell Lymphoma: Results from Randomized Trials of the European MCL Network” wurde nun von der renommierten Zeitschrift „Journal of Clinical Oncology“ zur Publikation angenommen und ist unter folgendem Link abrufbar:
http://m.jco.ascopubs.org/content/early/2016/02/24/JCO.2015.63.8387

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Institut für Pathologie, Prof. Dr. Wolfram Klapper
Tel.: 0431 597-3399, E-Mail: wklapper@path.uni-kiel.de

Weitere Informationen:

http://www.uksh.de/160301_pi_mantelzelllymphom_klapper.html

Maximilian Hermsen | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Ein neuer Ansatz bei Hyperinsulinismus
18.09.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie