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Neue Fortschritte in der stratifizierten Medizin [1] bei Eierstockkrebs

19.12.2011
Das Team um Fatima Mechta-Grigoriou vom Institut Curie hat bei Eierstockkrebs zwei molekulare Signaturen entdeckt, die die Aggressivität der Tumore und ihre Reaktion auf eine Behandlung vorhersagen können. Diese Entdeckung könnte dazu beitragen, diese Tumore besser diagnostizieren und behandeln zu können. Die Ergebnisse wurden am 20.11.2011 in der internationalen Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht [2].

Die zwei entdeckten Signaturen wurden als “oxidativer Stress” und Fibrose” bezeichnet.

“Oxidativer Stress“: Bei der Zellatmung entstehen Sauerstoffderivate, die die Zelle angreifen können. Meist gelingt es diesen Zellen jedoch, diese Moleküle abzuwehren und den damit verbundenen Stress loszuwerden. Sind diese Zellen jedoch überlastet oder besitzen nicht genug Antioxidantien, verursacht der oxidative Stress Schädigungen, die die Krebsentwicklung fördern.

“Fibrose“: Die Fibrose ist das Ergebnis einer Veränderung bestimmter Eigenschaften von Krebszellen, die die Tumorzellenmigration erhöhen.

An Tiermodellen konnten die Forscher beobachten, dass die Tumore, die “oxidativem Stress” ausgesetzt waren, ein beschleunigtes Wachstum aufwiesen. Sie sprachen jedoch gut auf die Behandlung an. Im Gegensatz dazu fördert “Fibrose” die Migration der Tumorzellen und damit die metastatische Ausbreitung.

In Zusammenarbeit mit Xavier Sastre-Garau und Paul Cottu, Pathologe bzw. Onkologe am Institut Curie, erwägen die Forscher die Entwicklung eines Tests, mit dem der Tumortyp bei den einzelnen Patienten bestimmt und so die therapeutische Behandlung individuell zugeschnitten werden kann.

[1] In der Arzneimitteltherapie versteht man unter stratifizierter Medizin die Biomarker-basierte Bildung von Patientengruppen (Subgruppen). Genotypisierung und Analyse des Mutationsstatus des Tumors in der Krebstherapie geben einen Hinweis auf die Wirksamkeit des zur Behandlung vorgesehenen Medikaments.

[2] Originalpublikation: “miR-141 and miR-200a act on ovarian tumorigenesis by controlling oxidative stress response”, Nature Medicine – 20.11.11 – http://www.nature.com/nm/journal/v17/n12/full/nm.2512.html

Kontakt:

- Catherine Goupillon-Senghor, Céline Giustranti – Pressestelle des Institut Curie – Tel: 0033 1 56 24 55 23/24 – E-Mail: service.presse@curie.fr

Quelle: - Pressemitteilung des Inserm – 21.11.11 – http://www.inserm.fr/espace-journalistes/cancers-de-l-ovaire-decouverte-d-une-double-signature-predictive-de-l-agressivite-tumorale-et-de-la-reponse-au-traitement

Redakteurin: Claire Cécillon, claire.cecillon@diplomatie.gouv.fr

Claire Cécillon | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

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